Eine der Antonov An-124 von Antonov Airlines am Flughafen Leipzig/Halle (Archivbild): Offenbar knapp einer Katastrophe entgangen.

Nahe Antonov An-124Mitarbeiter stoppte die Drohne mit der Sprengvorrichtung am Flughafen Leipzig/Halle

Eine Drohne mit Sprengvorrichtung hätte am Flughafen Leipzig/Halle eine An-124 von Antonov Airlines treffen können. Doch ein Mitarbeiter des Airports entdeckte das Fluggerät.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Am Flughafen Leipzig/Halle war in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (5. August) eine Drohne mit Sprengvorrichtung unterwegs. Unklar ist bisher, woher sie stammt und ob der Zünder noch funktionsfähig war, als die Polizei das Fluggerät mit einem Sprengstoffroboter untersuchte. Auch ist noch nicht ganz klar, ob es sich bei dieser Drohne um die dasselbe Flugobjekt handelt, das schon zuvor in der Nähe des Flughafens gesichtet wurde.

Sicher ist, dass die Drohne mit der Sprengvorrichtung in der Nähe von Antonov An-124 von Antonov Airlines zu Boden ging. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden schreibt in einer Mitteilung, «die USBV-Einheit der Bundespolizei hat den Zünder des Sprengvorsatzes entfernt». USBV ist die Abkürzung für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung.

Sprengstoff Semtex wie beim Lockerbie-Anschlag?

Mehrere Medien berichten am Mittwochnachmittag unter Berufung auf Ermittlerkreise, der Hauptbestandteil des Sprengstoffs sei Semtex. Nur die Leipziger Volkszeitung LVZ nennt eine Menge: 800 Gramm. Der Plastiksprengstoff Semtex war auch beim Flugzeuganschlag in Lockerbie 1988 zum Einsatz gekommen - damals lösten 300 Gramm das tödliche Unglück aus. Zum Vorfall in Leipzig/Halle berichtet die Tagesschau, der Zünder sei offenbar abgerissen, was eine Explosion verhindert habe. Eine offizielle Bestätigung für all das gab es zunächst noch nicht.

Von der Staatsanwaltschaft heißt es, die «Drohne mit einer unbekannten Sprengvorrichtung» sei von «einem Mitarbeiter des Flughafens festgestellt» worden. Laut Informationen der LVZ soll es sich um einen Busfahrer gehandelt haben, der die Drohne erst entdeckte und aus der Luft holte. Demnach war der Fahrer auf dem Rückweg von einer nächtlichen Besuchertour und hatte keine Gäste mehr im Bus. Er entdeckte die Drohne, stieg aus seinem Fahrzeug aus und brachte die Drohne selbst zu Boden, so die Zeitung.

Leicht beschädigte Boeing 757 wird in Hannover untersucht

Unmittelbar bevor der Flughafen aufgrund der Geschehnisse den Flugbetrieb um 00:05 komplett stoppte, musste ein ankommender Frachter gegen 00:03 Uhr durchstarten. Es handelte sich um eine Boeing 757 von DHL, betrieben von EAT Leipzig. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen D-ALEU drehte anschließend westliche von Halle einige Schleifen und flog dann nach Hannover.

Allerdings kollidierte die Boeing 757 beim oder kurz nach dem Durchstarten in der Luft mit einem Objekt. Das Flugzeug landete sicher, aber mit einem leichten Schaden in Hannover, wo es am Mittwoch von der Polizei und der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU untersucht wurde. Sollte die Drohne, die zuerst gesichtet wurde, dieselbe sein, die dann nahe der An-124 vom Busfahrer zu Boden gebracht wurde, könnte die Boeing 757 womöglich mit einer zweiten Drohne kollidiert sein - sicher und bestätigt ist das allerdings noch nicht.

Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum übernimmt

Die Generalstaatsanwaltschaft formuliert: «Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt stieß mit einem Frachtflugzeug zusammen, nachdem dieses aufgrund der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchstartete.» Es sei ein leichter Schaden entstanden.

Die Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen, Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum haben die Ermittlungen übernommen. Nach einer umfangreichen Kontrolle des Flughafens wurde die Nordbahn des Flughafens noch in der Nacht wieder für den Betrieb freigegeben. «Die Start-/Landebahn 'Südpiste' sollte aus Wartungsgründen am heutigen Tage nicht genutzt werden», so die Staatsanwaltschaft.

Flughafenverband fordert Systeme für Drohnenabwehr

Der Chef des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, sagte zur LVZ: «Flughäfen sind sicherheitsrelevante Einrichtungen und bedürfen des bestmöglichen Schutzes.» Derzeit würden neben Leipzig/Halle auch die Flughäfen in Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und Köln/Bonn auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten. Der aktuelle Vorfall sei ein Weckruf.

Wenn Sie mehr über den An-124-Betrieb am Flughafen Leipzig/Halle erfahren wollen, lesen Sie hier unseren Bericht vom Besuch bei Antonov Airlines.

Hinter aeroTELEGRAPH steckt mehr als eine Website: ein Team erfahrener Journalistinnen und Journalisten, das fliegt, recherchiert und einordnet – Tag für Tag. Mit Ihrer Unterstützung bleiben wir unabhängig und Sie lesen werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker-leipzig-lej

Das bietet der Winterflugplan 2026/27 am Flughafen Leipzig/Halle

ticker-deutschland

Nach erneutem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle: Polizeigewerkschaft fordert besseren Schutz deutscher Flughäfen

Stehen auch auf der Nordseite des Flughafens: drei Frachter von Volga-Dnepr. (Archivbild aus 2025)

Auto durchbricht Zaun am Flughafen Leipzig/Halle - Nordpiste zeitweise gesperrt, Polizei durchsucht Gelände

ticker-leipzig-lej

Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden starten mit 95 Flügen in die Herbstferien

Video

learjet absturz florida 01
Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat sich zum tödlichen Absturz des Bombardier Learjet 60 in Florida geäußert. Das sind die Erkenntnisse über die letzten Minuten des Unglücksfluges, der in ein Wohngebiet stürzte.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbus a340 600 d aihz duesseldorf
Zum Abschied gab es für die D-AIHZ noch einen Wassersalut: Am Montag hat auch der letzte Airbus A340-600 von Lufthansa Düsseldorf und Deutschland verlassen.
Timo Nowack
Timo Nowack
Aggrarflugzeug kurz vor Absturz: Das Flugzeug traf einen Kindergarten.
In Brasilien ist ein Agrarflugzeug kurz nach dem Start in eine Kindertagesstätte gestürzt. Das Flugzeug traf glücklicherweise einen Gebäudeteil, den die Kinder nicht nutzen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies