Trauerbotschaft: 150 Menschen starben beim tragischen Absturz.

Daten vom StimmenrekorderDas Protokoll von Flug 4U9525

Die Ermittlungen zum Germanwings-Absturz laufen. Nach der Auswertung des Stimmenrekorders lässt sich Flug 4U9525 genauer rekonstruieren.

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Was spielte sich an Bord des Airbus A320 ab, der vor einer Woche in den französischen Alpen zerschellte? Dieser Frage gehen seit dem 24. März Tag und Nacht riesige Ermittlerteams nach. Und ungewöhnlich schnell gab es erstaunlich viel Klarheit. Der Kopilot habe den Jet von Germanwings wohl bewusst zum Absturz gebracht, erklärte der französische Staatsanwalt schon einen Tag später. Dies würden die Aufnahmen des Stimmenrekorders im Cockpit zeigen.

Inzwischen ist klar: Während seiner Ausbildung litt der Kopilot unter Selbstmordgedanken und war deshalb in Behandlung. Zwischenzeitlich hatte er auch sein Studium unterbrochen. Ein Arzt attestierte ihm jedoch später wieder die Flugtauglichkeit. Kurz vor dem Unglücksflug war der 27-Jährige wieder in Behandlung. Warum, ist noch nicht bekannt.

Warum sich der Staatsanwalt und die Ermittler schon so früh sicher waren, dass der Absturz bewusst herbeigeführt wurde, zeigt das ausführliche Protokoll der Ermittler zu Flug 4U9525. Das Magazin Paris Match will es aus Ermittlerkreisen erhalten haben.

10:00 Uhr: Flug 4U9525 hebt in Barcelona ab. Er hat rund 25 Minuten Verspätung. An Bord sind 150 Menschen.

10:10 Uhr: Der Kapitän erklärt, er habe vor dem Start keine Zeit gehabt, die Toilette aufzusuchen. Sein Kopilot antwortet, er solle gehen wann immer er wolle.

10:27 Uhr: Der Airbus A320-200 hat die Reiseflughöhe von 38.000 Fuß oder 11.500 Metern erreicht. Der Kapitän bittet seinen First Officer, die Landung in Düsseldorf schon einmal vorzubereiten. Die Antwort: «Du kannst gehen. Du kannst jetzt gehen.»

10:28 Uhr: Der Pilot meldet sich bei der Luftraumkontrolle in Aix-en-Provence an und bestätigte den geplanten und vom Lotsen angegebenen Flugverlauf. «Direct Irmar Merci 18G», funkt er. Es war das letzte Mal, dass er sich meldete. Dann hört man Geräusche vom Verstellen eines Sitzes und dem Lösen des Sicherheitsgurtes. Der Kapitän sagt dem Kopiloten, dass er nun die Kontrolle über das Flugzeug habe. Dieser antwortet, offenbar in einem fast scherzhaften Ton: «Hoffentlich. Mal sehen.»

10:30 Uhr: Der Kopilot ist nun allein im Cockpit. Er stellt den Schalter der Sicherheitstür auf «Lock» und schließt sich damit im Cockpit ein. Von außen kann man nun nicht mehr hinein gelangen. Man kann hören, wie der Autopilot darauf programmiert wird. Von der aktuellen Flughöhe soll die Maschine auf unter 100 Fuß sinken. Die Fluggeschwindigkeit steigt auf 570 Kilometer pro Stunde. Sie steigt bis auf 600 Kilometer pro Stunde.

10:33 Uhr: Der Abstieg beginnt. Im Schnitt 1066 Meter pro Minute sinkt der Flieger. Die Lotsen in Aix en Provence bemerken das Problem. Sie versuchen, den Airbus A320 zu kontaktieren – ohne Erfolg. Die Maschine von Germanwings sinkt weiter. Der Kopilot reagiert auf nichts. Man kann den Kapitän hören, er sagt: «Mach die Tür auf. Ich bins.» Er greift sich einen Feuerlöscher oder einen Sauerstofftank und schlägt damit auf die Tür ein. «Um Gottes Willen, mach die Tür auf», soll er rufen. Die französische Armee ließ in diesen Minuten einen Kampfjet aufsteigen, der versuchen sollte, mit 4U9525 Kontakt aufzunehmen. Vergeblich.

10:34 Uhr: Der erste Alarm erschallt im Cockpit: «SINK RATE, PULL UP» (Sinkgeschwindigkeit, Hochziehen). Keine Reaktion des Kopiloten. Im Hintergrund kann man Rumoren in der Kabine hören.

10:35 Uhr: Der Kapitän hat sich ein Brecheisen besorgt. Man hört Schlagen gegen die Tür und metallische Geräusche. Er versucht, die Tür aufzubrechen – ohne Erfolg.

10:37 Uhr: Der nächste Alarm: «TERRAIN, TERRAIn, PULL UP, PULL UP» (Landschaft, Hochziehen). Keine Reaktion. Der Kapitän schreit: «Öffne die Scheiß-Tür!».

10:38 Uhr: Man kann das regelmäßige Atmen des Kopiloten hören. Offenbar hat er eine Sauerstoffmaske angelegt. Im Hintergrund wird es lauter.

10:40 Uhr: Man hört ein lautes Geräusch von draußen. Auch erste Schreie der Passagiere sind zu vernehmen. «Mein Gott», rufen sie. Der A320 touchiert in diesem Moment einen Felsen. Danach sind nur noch Alarme im Cockpit und Schreie zu hören. Das Flugzeug erscheint zum letzten Mal auf dem Radar.

10:41 Uhr: Der Airbus A320 kracht auf rund 1500 Metern über Meer und mit 800 Kilometern pro Stunde unterhalb des Gipfels des Trois Evéchés beim französischen Skiort La Foux d'Allos in eine Felswand. Alle Insassen sterben.

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