Boeing 777-300 ER von Emirates beim Anflug auf Miami: Am Sonntag wurde es brenzlig.

Zwei Mal Durchstarten nach fast 17 Stunden FlugBoeing 777 von Emirates erklärt über Miami Treibstoff-Notfall

Mehr als 17 Stunden war die Boeing 777 von Emirates bereits unterwegs, als die Situation in Miami eskalierte: Erst verhinderten Gewitter die Landung, dann blockierte ein anderes Flugzeug die Piste. Danach erklärte die Crew einen Treibstoff-Notfall.

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Es ist die längste Verbindung von Emirates. 15.050 Kilometer sind es von Dubai nach Bogota, dazwischen landen die Boeing 777-300 ER der Airline noch in Miami, wo eine neue Crew an Bord geht. Erst gerade wurde die Verbindung wieder aufgenommen, nachdem der Krieg im Iran alles durcheinander gewirbelt hatte. Jetzt kam es auf einem der Flüge zu einem unangenehmen Zwischenfall.

Betroffen war Flug EK213 von Dubai nach Miami am Sonntag (17. Mai). Die Boeing 777-300 ER absolvierte den Langstreckenflug unter schwierigen Bedingungen. Statt der üblichen rund 15 Stunden und 45 Minuten dauerte der Flug wegen starker Gegenwinde rund 17 Stunden. Bei der Landung wurde es dann noch schlimmer. Als das Flugzeug in Florida ankam, gab es über Miami schwere Gewitter. Starker Regen, schlechte Sicht und Scherwinde erschwerten die Landung.

Erst verhinderten Scherwinde die Landung der Boeing 777 von Emirates, ...

Zunächst flog die Boeing mit dem Kennzeichen A6-EQE Landebahn 09 an. Die Cockpitcrew brach den Anflug jedoch wegen schlechter Sicht und Scherwinden ab. Danach fragte sie laut Aufzeichnungen der Flugsicherung nach einer möglichen Ausweichlandung in Fort Lauderdale, berichtet unter anderem das Portal PYOK.

Die Flugsicherung schlug stattdessen eine Landung auf Bahn 12 in Miami vor, da dort bessere Bedingungen herrschten. Die Crew akzeptierte, erklärte gleichzeitig aber «Minimum Fuel». Diese Meldung bedeutet noch keinen Notfall. Sie signalisiert jedoch, dass ein Flugzeug keine größeren Verzögerungen oder Warteschleifen mehr akzeptieren kann, ohne unter die geplante Kraftstoffreserve zu fallen.

... dann war ein anderes Flugzeug auf der Landebahn

Beim zweiten Anflug sah zunächst alles normal aus. Die Boeing 777 war bereits auf einer Höhe von nur noch rund 30 Metern unterwegs, als die Flugsicherung erneut ein Durchstartmanöver anordnete. Ein anderes Flugzeug hatte die Piste nicht rechtzeitig verlassen. Genau diese zusätzliche Verzögerung wurde nun zum Problem.

Unmittelbar nach dem zweiten Durchstarten erklärte die Besatzung deshalb den Notruf «Mayday» wegen Treibstoffs. Damit wurde aus der angespannten Situation offiziell ein Notfall mit Priorität bei der Landung. Die Flugsicherung räumte daraufhin sofort den Anflugbereich frei und gab dem Flieger von Emirates Vorrang. Beim dritten Versuch landete die Boeing 777 schließlich sicher in Miami.

Treibstoffplanung von Emirates war wohl in Ordnung

Fehler bei der Treibstoffplanung scheint es in diesem Fall nicht gegeben zu haben. Vielmehr kamen mehrere ungünstige Faktoren zusammen: starke Gegenwinde auf der Langstrecke, Gewitter am Zielort und zwei Fehlanflüge innerhalb kurzer Zeit. Wichtig ist dabei: Auch ein «Mayday Fuel» bedeutet nicht, dass die Triebwerke unmittelbar vor dem Ausfall standen. Die Crew bewertet dabei vielmehr, dass weitere Verzögerungen nicht mehr sicher vertretbar wären.

Brisant ist allerdings, dass der zweite Landeversuch scheiterte, weil sich auf der Piste noch ein anderes Flugzeug befand. Denn in den USA kam es zuletzt immer wieder zu Beinahe-Kollisionen oder richtigen Unfällen am Boden oder auch in der Luft. Zu den Gründen dafür gehören unter anderem die chronische Überlastung der Lotsinnen und Lotsen im Land und ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

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