Bergungsarbeiten der DHC-3: Das Bauteil löste sich im Flug.

Nach AbsturzBehörde will alle DHC-3 Otter grounden

Anfang September stürzte ein Wasserflugzeug bei Seattle ab. Jetzt sind die Details zur Ursache des Unglücks der De Havilland Canada DHC-3 Otter bekannt.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Zehn Menschen kamen ums Leben, als Anfang September ein Wasserflugzeug westlich von Whidbey Island im amerikanischen Bundesstaat Washington abstürzte. Jetzt gibt es Details zum Unfall. Als die Ermittler das Wrack der verunglückten De Havilland Canada DHC-3 Otter untersuchten, stellten sie fest, dass sich eine wichtige Komponente, die das Höhenleitwerk des Flugzeugs bewegt, gelöst hatte.

Bei einer Laboruntersuchung letzte Woche stellte sich laut dem für die Ermittlungen zuständigen National Transportation Safety Board NTSB heraus, dass sich das Teil der 55 Jahre alten Maschine vor dem Aufprall gelöst hatte. Dabei handelt es sich um einen Aktuator, der das Höhenleitwerk der DHC-3 Otter kontrolliert, um die Neigung des Flugzeugs zu steuern, wie die Unfalluntersuchungsbehörde der USA schreibt.

Die Folge kann ein Sturzflug sein

Wenn sich dieses Bauteil «während des Fluges löst, würde dies zu einem frei schwebenden Höhenleitwerk führen, das sich unkontrolliert ... um sein Scharnier drehen könnte, was zu einem möglichen Verlust der Kontrolle über das Flugzeug führen würde», heißt es vom NTSB.

Die Folge kann ein Sturzflug sein. Und genau das hatten mehrere Augenzeugen beobachtet. Jetzt geht es darum, herauszufinden, ob es sich um einen Wartungsfehler handelt. Bis genau geklärt wurde, wie es sein konnte, dass das Teil sich im Flug löste, empfiehlt das NTSB, alle DHC-3 Otter zu grounden.

NTSB besorgt

«Wir sind besorgt, dass ein weiteres Flugzeug aufgrund einer ähnlichen Ursache abstürzen könnte», so NTSB-Chefin Jennifer Homendy laut der Zeitung Seattle Times. Daher sollten die Flugzeuge erst nach einer gründlichen Inspektion wieder abheben dürfen.

Man arbeite dabei mit der kanadischen Herstellerin Viking Air zusammen, die für die Wartungs- und Zertifizierungsanforderungen der Otter zuständig ist, an einem Sicherheitsbulletin, das mit detaillierten Inspektionsanweisungen an alle Betreiber des Flugzeugs verschickt wird.

FAA wartet ab

Das NTSB kann selbst kein Flugverbot für die Turboprops anordnen. Diese Befugnis liegt bei der Federal Aviation Administration FAA, die noch keine solche Anweisung erteilt hat.

Die wiederum erklärt, man stehe in engem Kontakt mit Viking Air und der kanadischen Zulassungsbehörde Transport Canada, wo der Hersteller seinen Sitz hat. «Die FAA wird auf der Grundlage des Sicherheitsbulletins des Herstellers und etwaiger Maßnahmen der kanadischen Behörden geeignete Maßnahmen ergreifen», heißt es in der Erklärung.

466 Flieger gebaut

Die DHC-3 Otter ist das Vorgängerflugzeug der DHC-6 Twin Otter. Zwischen 1951 und 1967 wurden 466 Exemplare gebaut. Das abgestürzte Exemplar war also eines der neueren.

De Havilland Canada DHC-3 Otter. Bild: Viking Air

Mehr zum Thema

De Havilland Canada DHC-3 Otter bei Seattle abgestürzt

De Havilland Canada DHC-3 Otter bei Seattle abgestürzt

Lufttaxi in Alaska: 10 Menschen sterben bei Absturz

Canadair 515:  De Havilland Canada verspricht, dass der Flieger täglich bis zu 700.000 Liter Wasser ins Brandgebiet bringen kann.

Löschflugzeuge: EU und Kanada wollen 50 De Havilland Canadair 515 kaufen

Dash-8-Q200 von Air Greenland: Zwei Flugzeuge werden zu Aufklärungsmaschinen umgebaut.

Air Greenland baut zwei Dash 8 zu Überwachungsflugzeugen um - im Auftrag der dänischen Regierung

Video

Embraer E195-E2 von Azul: Das Flugzeug hebt erst kurz vor dem Ende der Piste ab.
Eine Embraer E195-E2 von Azul hat in São-Paulo-Congonhas fast die gesamte Startbahn gebraucht. Es ist nicht der erste brenzlige Moment an dem Ort am Stadtflughafen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil