Bergung des Leitwerks im Juni 2009: Geheime Dialoge.

AF447: Piloten klagen

In einem Buch wurden die letzten Worte der Piloten des Unglücksfluges veröffentlicht. Das wollen die Arbeitnehmervertreter nicht tolerieren.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

«Die kommerzielle Ausbeutung persönlicher Diskussionen und der letzten Momente unser Kollegen ist inakzeptabel und untragbar» schreibt die Gewerkschaft der Air-France-Piloten (Syndicat national des pilotes de lignes d'Air France - SNPL) in einer Medienmitteilung. Die Verantwortlichen für diese Tat, die internationalem Recht widerspreche, müssten identifiziert und vor Gericht gebracht werden, so die Arbeitnehmervertreter weiter. Autor Jean-Pierre Otelli, ehemaliger Pilot und Aviatikexperte, brachte vergangene Woche ein Buch in die Läden, das in weiten Teilen den Flugkapitänen die Schuld am Absturz zuschiebt. Darin veröffentlichte er auch den nun kritisierten Dialog.

Die Gespräche der Piloten wurden bislang nur in Auszügen veröffentlicht - aus Schutz der verstorbenen Piloten und ihrer Angehörigen. Doch Otellis Auszüge sind inzwischen bereits um die Welt gegangen - und zeigen eine verzweifelte Crew, innerhalb der es eventuell gar unterschiedliche Einschätzungen über das Geschehen gegeben haben könnte.

Flugkapitän greift kaum ein

Otellis Aufzeichnungen zeigen, dass die Kopiloten verzweifelt sind, als der Pilot ins Cockpit zurückkehrt. Er hatte sich zuvor zu Nachtruhe zurückgezogen. «Wir verstehen gar nichts. Wir haben alles versucht», sagt der linke Pilot zu ihm. Eine Antwort bekommt er nicht - auch in den folgenden dreieinhalb Minuten bleibt der Pilot erstaunlicherweise hinten im Cockpit sitzen und übernimmt nie das Kommando. Es sprechen und agieren vor allem die Kopiloten, die gerade die Steuerung innehaben.

Linker Kopilot: «Steig wieder auf... steig…. steig… STEIG!!!».

Rechter Kopilot: «Aber ich sinke schon eine ganze Weile mit voller Kraft».

Pilot: «Nein, nein, mein! Steig nicht! Nein, nein!»

Rechter Kopilot: «Dann geh runter»

Linker Kopilot: «Verdammt. Wir stürzen ab. Das darf nicht wahr sein!»

Rechter Kopilot: «Aber was passiert denn da?»

Dann stoppt die Aufnahme. Der Autor des Buches folgert in der Zeitung Le Figaro: «Es ist wahrscheinlich, dass der eine Kopilot kapiert hatte, was vor sich ging, der andere nicht». Das Blatt wirft auch erneut die Frage auf, wie gut der Ausbildungstand der Crew angesichts dieser großen Differenzen im Cockpit wirklich war.

Mehr zum Thema

ticker-air-france

Frankreichs Staatsanwaltschaft fordert Verurteilung von Air France und Airbus wegen Absturz von AF447

Ein Bild, das inzwischen zum Symbol für Unglücksflug AF 447 wurde: Leitwerk des abgestürzten Airbus A330 im Atlantik.

Airbus verteidigt sich vor Gericht gegen Vorwürfe im Fall AF447

Brasilianische Rettungskräfte finden die Heckflosse des A330: Kommt es zehn Jahre später zum Prozess?

Staatsanwaltschaft will Prozess gegen Air France

Der Erstflug des Airbus A330: Am 2. November 1992 hob der neue Langstreckenjet erstmals ab.

Der Start, die dunkelste Stunde und die Zukunft des A330

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack