Aufnahme des Unglücks: Das brennende Triebwerk fliegt durch die Luft.

Absturz von UPSProbleme bei McDonnell Douglas MD-11 schon früher bekannt und traten häufiger auf

Der tödliche Absturz einer McDonnell Douglas MD-11 von UPS im Jahr 2025 wurde durch ein beschädigtes Teil in der Triebwerksaufhängung ausgelöst. Nun ist klar: Boeing beschäftigte sich schon länger mit solchen Schäden, als bisher bekannt war. Und es gab weitere Fälle. Behörden und Airline wollen die Schwere des Problems nicht erkannt haben.

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Am 4. November 2025 stürzte eine McDonnell Douglas MD-11 von UPS beim Start in Louisville in den USA ab. Die drei Crewmitglieder sowie elf Menschen am Boden starben. Der vorläufige Untersuchungsbericht der Behörde NTSB bestätigte später: Das linke Triebwerk der MD-11 hatte sich mitsamt Gondelträger (im Jargon Pylon) von der Tragfläche gelöst.

Das National Transportation Safety Board fand heraus, dass es in der Befestigung des Gondelträgers Ermüdungsrisse und Überlastungsbrüche gab. Im Januar 2026 veröffentlichte die Behörde ein Update, das sich auf eine zerbrochene Kugelgelenklager-Baugruppe in der hinteren Pylonaufhängung fokussierte. Das NTSB machte dabei auch öffentlich, dass das Problem schon lange bekannt war: Boeing - der Konzern hat McDonnell Douglas 1997 geschluckt - hatte die Betreiber der MD-11 bereits 2011 in einem Schreiben (einem sogenannten Boeing Service Letter) über vier zuvor gemeldete Schäden dieser Art bei drei verschiedenen MD-11 informiert.

Anhörung zum tödlichen MD-11-Unglück bei UPS

Zwar empfahl Boeing in diesem Schreiben den Einbau einer verbesserten Kugelgelenklager-Baugruppe, dennoch blieb auch der Einbau der bisherigen Variante möglich, für die neue Wartungsrichtlinien angekündigt wurden. Von der Luftfahrtbehörde FAA gab es kein Verbot.

Am Dienstag (19. Mai) fand nun der erste Teil einer zweitätigen Anhörung des NTSB zu dem MD-11-Unglück bei UPS statt. Dabei ging es auch um die Frage, warum alle Beteiligten das Problem damals nicht als gravierender eingestuft und entsprechend gehandelt haben.

FAA-Vertreterin spricht von Missverständnis

«Anfangs – vor 20 Jahren – gab es ein Missverständnis hinsichtlich der Schwere des Ereignisses, das aus einem Ausfall dieses Lagers resultieren könnte», sagte eine Vertreterin der FAA laut dem Sender CNN. Man sei nicht davon ausgegangen, dass ein gebrochenes Lager die Integrität und damit die Sicherheit des ganzen Flugzeugs gefährden könnte.

Ein NTSB-Ermittler erklärte, dass UPS damals die Schreiben von Boeing «geprüft hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind». Ein Vertreter der Frachtfluggesellschaft sagte, ein Lagerbruch sei «an sich keine große Sache». Hätte man aber davon gewusst, welche weiteren Schäden dieser Bruch nach sich ziehen könnte, «hätten wir im Laufe der Jahre ganz andere Fragen gestellt».

Etliche weitere Fälle mit ähnlichen Schäden an MD-11

Bei der Anhörung machte das NTSB öffentlich, dass eine erste Version des Boeing-Schreibens bereits 2008 an die MD-11-Betreiber ging. Ebenfalls wurde klar, dass der Flugzeugbauer bereits im Sommer 2002 einen ersten Bericht über solch einen Schaden erhalten hatte.

Wie das Magazin Flightglobal nach der Anhörung berichtet, erhielt Boeing anschließend sechs weitere Meldungen über Ausfälle des Lagers. Eine FAA-Datenbank ergab vier Einträge, wobei zwei dieser Fälle nicht an Boeing gemeldet worden waren. Ein weiterer Lagerbruch wurde zudem bereits im Sommer 2007 von Fedex an die FAA gemeldet. Zudem informierte die Frachtfluglinie das NTSB später über einen Ausfall, der weder an Boeing noch an die FAA gemeldet worden war. Der jüngste Vorfall ereignete sich im Dezember 2022.

Video erklärt Schaden an MD-11 und zeigt UPS-Unglück

Zur Anhörung am Dienstag veröffentlichte das NTSB auch ein neues Video. Es erklärt zuerst im Detail den technischen Hintergrund des Schadens. Anschließend zeigt es Bewegtbilder des Unglücks, die bisher nur als Screenshots zu sehen waren. Sehen Sie das Video hier:

Nach dem Unglück war die McDonnell Douglas MD-11 zunächst von den Behörden gegroundet. Mittlerweile darf das Modell aber wieder abheben - Fedex Express reaktiviert ihre Flugzeuge derzeit. UPS will dagegen nicht mehr auf die MD-11 setzen.

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