Dreamliner -VT-ANB vor der Auslieferung 2014: Das Flugzeug hatte immer wieder Probleme.

Bericht der Foundation for Aviation SafetyVerunglückte Boeing 787 von Air India machte seit Jahren Probleme

Der im Juni abgestürzte Dreamliner von Air India soll seit seiner Auslieferung unter technischen Problemen gelitten haben. Laut der Foundation for Aviation Safety wurden die Probleme von Boeing, Air India und den indischen Behörden vertuscht.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es war die schlimmste Flugzeugkatastrophe 2025. Am 12. Juni 205 stürzte die Boeing 787 mit der Kennung VT-ANB kurz nach dem in Ahmedabad ab. 241 von 242 Menschen an Bord starben, weitere 19 am Boden. Es war der erste Totalverlust eines Dreamliners. Einen Monat nach dem Unfall veröffentlichte die indische Luftfahrtbehörde AAIB ihren vorläufigen Bericht.: Grund des Absturzes war, eine abgeschaltete Treibstoffzufuhr.

Schnell rückten die beiden Piloten in den Fokus. Der Absturz soll von einem der beiden verursacht worden sein, ob absichtlich oder unabsichtlich, lässt sich nicht mehr klären. Die US-Luftfahrtbehörde FAA, die den Unfall mit untersucht, äußerte sich ähnlich: Man sei «sehr zuversichtlich, dass es sich nicht um eine unbeabsichtigte Manipulation der Treibstoffkontrolle» handele, so FAA-Chef Bryan Bedford.

Boeing 787 von Air India hatte seit ihrer Auslieferung technische Probleme

Neue Erkenntnisse setzten Boeing, Air India und die indischen Behörden unter Druck. Die Foundation for Aviation Safety, eine Stiftung, die sich für die öffentliche Sicherheit durch die Überwachung der Luftfahrtindustrie und der Regulierungsbehörden einsetzt, hat dem US-Senat am 12. Januar einen Whistleblower-Bericht vorgelegt.

Darin heißt es, dass der abgestürzte Dreamliner von Air India bereits seit seiner Indienststellung im Februar 2014 unter technischen Problemen litt. Schon am ersten Tag nach der Auslieferung seien erste Systemfehler aufgetreten. In den folgenden Jahren häuften sich die Störungen und reichten: von Elektronik- und Softwarefehlern über wiederholtes Auslösen von Schutzschaltern bis hin zu Beschädigungen an der Verkabelung, Kurzschlüssen, Stromausfällen und Überhitzung zentraler Komponenten des Stromversorgungssystems und Bränden.

Latente Mängel und Normalisierung von Abweichungen wurden bei Boeing 787 von Air India geduldet

Die Foundation for Aviation Safety kritisiert nach dem Absturz von VT-ANB zwei Dinge besonders: latente Mängel also versteckte Konstruktions- oder Wartungsfehler, die jahrelang unentdeckt bleiben sowie die Normalisierung von Abweichungen, bei der bekannte Sicherheitsrisiken durch Gewöhnung ignoriert wurden. Beide führen zu unkalkulierbaren Kettenreaktionen. Eine konsequente Sicherheitskultur sei entscheidend, um solche Katastrophen zu verhindern.

Laut dem Bericht sei besonders dramatisch, dass etwa 15 Minuten vor dem Absturz über ACARs, was für Aircraft Condition Analysis Report steht, einem System, das Flugdaten aufzeichnet und an die Fluggesellschaft oder Wartungsteams übermittelt, Fehler in allen Flugsteuerungsmodulen gemeldet worden sei sollen. Die Flugbesatzung wurde jedoch nie auf diese Fehler oder Übertragungen aufmerksam und setzte daher den Start fort.

Problem betrifft auch weitere Boeing 787

Ähnliche elektrische Probleme sollen in der Vergangenheit auch Dreamliner in den USA, Kanada und Australien betroffen habe. Gerade die ersten Dreamliner standen oft wegen technischen Mängeln in der Kritik. 2013 brach ein Feuer in einem Dreamliner von Japan Airlines aus.

Die Foundation for Aviation Safety fordert nun eine umfassende Untersuchung durch die indische Unfalluntersuchungsbehörde AAIB. Sie wirft sowohl Boeing als auch Air India und der Regierung vor, Sicherheitsrisiken systematisch verschleiert zu haben.

Wir berichten, was in der Luftfahrt wirklich zählt – unabhängig, präzise, nah dran. Hinter jedem Artikel steht die Erfahrung erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten. Für den Preis von weniger als einem Getränk am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei und sichern unsere Unabhängigkeit. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

ticker air-india-neu

Air India nimmt Flüge von Delhi nach Osaka auf

Dreamliner von Air India am Flughafen Wien: Die Airline kommt künftig nur noch zum Tanken nach Wien.

Air India zieht sich aus Wien zurück - auch andere Europastrecken fallen weg

ticker air-india-neu

Air India erhöht Treibstoffzuschläge

ticker air-india-neu

Air India und Singapore Airlines arbeiten stärker zusammen

Video

latam airbus a320 lima feuer
Notfall am Flughafen Lima: Aus einem Triebwerk eines Airbus A320 schlugen so lange Zeit Flammen, dass auch eine Tragfläche des Jets von Latam Feuer fing.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die D-AIHW von Lufthansa: Der Airbus A340-600 machte die Derière.
Jetzt ist es vorbei mit Airbus A340-600 bei Lufthansa. Zum Abschied des letzten Exemplares des Vierstrahlers blicken wir auf fünf Besonderheiten zurück, die ihn zu einem der faszinierendsten Langstreckenjets machten.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
airbus a321 p2f qantas
Einst beförderten sie Fluggäste für China Southern: Jetzt erweitert Qantas mit umgebauten A321 ihre Frachterflotte und fliegt mit den Airbus-Jets für die australische Post. Es ist die Ablösung für die BAE 146-300.
Timo Nowack
Timo Nowack