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Integration in Eurowings

Showdown bei Brussels Airlines

Die belgische Fluggesellschaft kämpft um ihre Selbstbestimmung. Lufthansa will sie viel enger in Eurowings integrieren und Funktionen in Deutschland zentralisieren.

Felix Stoffels/aeroTELEGRAPH

Brussels Airlines: Über die Ausrichtung herrscht Uneinigkeit.

Montag soll der Tag der Entscheidung bei Brussels Airlines sein. Dann müssen Bernard Gustin und Eurowings-Chef Thorsten Dirks vor dem Aufsichtsrat der belgischen Fluggesellschaft antraben, wie die Zeitung L’Echo schreibt. Beide sollen bei der Sitzung vom 5. Februar ihre Vision für die Zukunft von Brussels Airlines aufzeigen.

Das war der Auftrag, den ihnen Lufthansa-Chef Carsten Spohr Ende des vergangenen Jahres gemäß dem Bericht aufgetragen hat. Offenbar steht Gustin dabei aber von Anfang an auf verlorenem Posten. Er soll als Chef von Brussels Airlines abgesetzt werden, wie L’Echo mit Bezug auf mehrere Insider schreibt. Er will das Hybridmodell beibehalten – Billiganbieter in Europa und Vollanbieter auf der Langstrecke mit Schwerpunkt Afrika.

Abbau in Belgien befürchtet

Spohr will das dem Bericht zufolge nicht. Er soll verlangen, dass die Belgier alle ihre Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in Europa an Eurowings abgeben. Gustin ist strikt dagegen. «Es macht keinen Sinn, zwei Marken in Brüssel zu haben. Das haben wir damals mit Virgin schon festgestellt. Man braucht eine starke Marke mit der richtigen Kostenstruktur», so der Belgier vor zwei Jahren im Interview mit aeroTELEGRAPH.

Nun scheint es anders zu kommen. Die Folge davon wäre im besten Fall eine Stagnation in Brüssel, eher aber ein Abbau. Denn diverse unterstützende Funktionen sollen künftig in Deutschland übernommen werden und nicht mehr in Brüssel. Um dagegen zu kämpfen, wurde unter den Mitarbeitenden von Brussels Airlines eine Petition gestartet.

Kein Veto mehr

Die belgischen Vertreter im Aufsichtsrat kämpfen gemäß L’Echo auch gegen den Plan. Doch sie sind in der Minderheit. Zudem verloren sie Ende des letzten Jahres ihr Veto. Das war Belgien nach der Komplettübernahme durch Lufthansa für ein Jahr zugestanden worden.



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