Airbus A330 von SAS: Missliche Lage.

SAS: Mehr Zeit für die Rettung

Die skandinavische Fluglinie steht am Abgrund. Angesichts der drohenden Insolvenz verlaufen die Verhandlungen über die Rettung des Konzerns positiv.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Es sind die wohl hektischsten Stunden in der Geschichte von SAS. Am Sonntag (19. November) traf sich das Management mit den acht beteiligten Gewerkschaften in Kopenhagen, um eine markante Lohnkürzung auszuhandeln. Am späteren Nachmittag sickerte dann aber durch, dass es bis dahin zu keiner umfassenden Einigung gekommen sei. «Es gibt eine Erfolgschance von 50 Prozent. Wir haben nur ein Ziel vor Augen und das ist eine Lösung zu finden», sagte Vertriebschef Eivind Roald damals der norwegischen Zeitung Aftenposten. Die Führung der skandinavischen Fluggesellschaft wies in der Folge ihre Piloten an, alle Flieger außerhalb der Heimmärkte per sofort voll zu tanken und für eine Rückkehr an die Basen bereit zu machen. Die Crews wurden angehalten, viel Bargeld mit sich zu führen, um im Ausland alle Ausgaben zahlen zu können, wie ein SAS-Sprecher bestätigte.

Gemäß der dänischen Zeitung Berlingske flog ein Teil des Aufsichtsrats von SAS Scandinavian Airlines in der Folge spätabends aus Kopenhagen nach Stockholm weiter. Beobachter werteten dies als Hinweis darauf, dass sie bei den Kredit gebenden Banken nochmals um ein paar weitere Tage Zeit ersuchen. Ohne Einigung muss die Führung die Insolvenz anmelden.

Hoffnung in letzter Sekunde

Eigentlich hätte am gestrigen Sonntag eine Einigung erzielt werden müssen. Die kurzfristigen Verhandlungen mit den Geldgebern in Stockholm scheinen am Ende aber erfolgreich gewesen zu sein. SAS bekam mehr Zeit. Vertreter der Gewerkschaften erklärten nämlich kurz vor Mitternacht, man habe nun neue Verhandlungen aufgenommen, dieses Mal gebe es keine Frist. Wie das Unternehmen dann am Montagmorgen mitteilte, wurde nun mit Ausnahme einer Gewerkschaft mit allen Arbeitnehmervertretern einer eine Einigung erzielt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters fehlt nun noch die Zustimmung der Gewerkschaft der dänischen Flugbegleiter.

Das Management legte am 12. November einen tiefgreifenden Restrukturierungsplan vor. Er sieht unter anderem den Verkauf des Abfertigungsgeschäfts, von Gebäuden und nicht benutzter Maschinen vor. Bereits zuvor wurden in der Verwaltung rund 300 Stellen gestrichen, weitere 800 sollen folgen. Die Mitarbeiterzahl würde so insgesamt von 15'000 auf 8000 Stellen abnehmen. Doch es braucht offenbar noch deutlich mehr. Nur unter Vorbehalt der Annahme des Sanierungsplans gewährten die Banken SAS Anfang November eine Erhöhung des Kreditrahmens von 3,1 auf 3,5 Milliarden Kronen (von 360 auf 405 Millionen Euro) bis März 2015.

Einst Vorbild für Studenten

SAS wurde 1946 durch den Zusammenschluss von Det Danske Luftfartselskab, Svensk Interkontinental Lufttrafik und Det Norske Luftfartselskap erschaffen. Die Regierungen von Schweden, Dänemark und Norwegen halten bis heute die Mehrheit der Anteile des Unternehmens. In den Neunzigerjahren galt SAS als eine der besten Fluggesellschaften der Welt. Wirtschaftsstudenten in aller Welt lernten anhand von Fallstudien über die skandinavische Airline, wie sich ein Unternehmen durch klaren Kundenfokus Vorteile im Markt verschafft.

Mehr zum Thema

sri lankan airlines airbus a330 300

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair Malta Air Boeing 737-800 Landung

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Flieger von Air Canada: Kanada erlebt einen Tourismusboom.

USA sind out - noch nie gab es so viele Flüge aus Europa nach Kanada

Die Golden Gate Bridge am Eingang der San Francisco Bay: Beide Flughäfen in der Nähe.

Sommerflaute: Nachfrage für Flüge zwischen Europa und USA erholt sich kaum

Video

Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der Moment vor der Berührung: Die Boeing 767 von United fliegt extrem niedrig an.
Eine Boeing 767 von United Airlines ist bei der Landung in Newark extrem tief geflogen. Neue Videoaufnahmen zeigen nun von außen, wie das Hauptfahrwerk den Lastwagen auf der Autobahn berührte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Moment der Kollision: Zum Glück verletzte sich der Fahrer nur leicht.
Eine Boeing 767 von United Airlines berührte beim Anflug in Newark einen Lastwagen und einen Lichtmast. Flug UA169 landete dennoch sicher. Brisant: Weder Cockpit noch Flugsicherung registrieren die Kollision zunächst.
Laura Frommberg
Laura Frommberg