Airbus A350 (Montage): Für die Langstrecke schafft Ryanair eine neue Marke, versucht aber zugleich das eigene Image auf sie zu übertragen.

LangstreckenflügeRyanair plant zweite Marke

Der Billigflieger treibt die Langstreckenpläne voran. Ryanair will für die Transatlantikflüge eine neue Marke einführen. Noch fehlen die Flugzeuge.

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Sehr, sehr viele haben gezweifelt. Sehr, sehr viele haben davon abgeraten. Und doch hat Michael O'Leary es wie ein Mantra wiederholt. Ryanair werde künftig Billig-Langstreckenflüge anbieten. Dass man dem Vorstandsvorsitzenden nicht glaubte, lag an ihm selbst. Zu oft gab er Unsinn von sich, nur um seine Fluggesellschaft in die Medien zu kriegen: Stehplätze, Bezahl-Toiletten oder auch Pornos im Unterhaltungsprogramm. Kaum etwas ließ der charismatische Ire aus.

Doch einmal meinte es O'Leary wirklich ernst. Inzwischen ist es nicht mehr eine Frage des Ob, sondern des Wann. «Transatlantik-Flüge stehen noch immer dick in unserem Businessplan», bestätigte nun Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs in einem Interview mit der Zeitung Irish Independent. Und er verriet noch etwas: Auf den Flugzeugen, die über den Nordatlantik fliegen werden, wird nicht Ryanair stehen, erklärte er weiter. Die Langstrecke werde mit einer zweiten Marke in Angriff genommen. «Präsentiert von Ryanair», gehöre aber als Zusatz dazu, so Jacobs. Der Kunde soll wissen, dass man es wie Ryanair mache: Billige Preise mit einfachem Service.

Business wird eher eine Premium Economy sein

Klar ist auch, dass es an Bord der Flugzeuge der Langstrecken-Quasi-Ryanair eine Businessklasse geben wird. Jacobs erklärte aber dem Irish Independent, dass sie mehr einer Premium Economy ähneln werde als einer herkömmlichen Geschäftsreisenden-Klasse. Man wolle mehr Beinfreiheit anbieten ohne massiv höhere Preise zu verlangen.

Ryanair wird den Langstreckenbetrieb zudem schrittweise aufnehmen und zuerst vier europäische Metropolen mit vier US-Metropolen verbinden. Bereits früher erwähnte er Dublin, London Stansted und Mailand sowie in den Vereinigten Staaten Newark, New York JFK und Boston als erste Ziele von Ryanair. Nur eines fehlt jetzt offenbar Ryanair noch: Die Flugzeuge dazu.

Ryanair könnte A350 von Emirates übernehmen

Und da druckst Ryanair noch herum. «Wir brauchen diese Langstreckenflugzeuge erst. Und es sieht nicht so aus, als ob wir sie rasch bekämen», so Jacobs. Aber wenn jemand eine Order annulliere, dann werde man zuschlagen. «Dann sind wir innerhalb von drei Jahren startklar.» Genau eine solche Annullierung gab es kürzlich. Emirates bestellte 70 im Jahr 2007 georderte A350 ab. Sie wären ab 2019 ausgeliefert worden. Das würde also passen. Denn Ryanair erklärte bereits einmal, dass der A350 für die Transatlantik-Pläne interessant sei. Zudem sprach O'Leary einmal von einer künftigen Flottenstärke von 50 Flugzeugen.

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