Letzte Aktualisierung: um 19:01 Uhr
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Ermittlungen gegen Ryanair

Ein Flieger der Airline kollidierte fast mit einem Segelflugzeug. Die Piloten sahen die Schuld beim kleinen Flieger. Doch nun wurde gegen sie Anzeige erstattet.

BFU/DG

Radaraufzeichnung, Segelflugzeug (Archivbild): Wer ist schuld?

«Die fehlende Sicherheit, die Ryanair im Luftraum bemängelt, geht von der Fluglinie selbst aus», beschwert sich ein Segelflug-Pilot gegenüber aeroTELEGRAPH. Die Billigairline hatte kürzlich die Situation im Luftraum um den Flughafen Frankfurt Hahn bemängelt, nachdem es beim Landeanflug eines Jets beinahe zu einem Zusammenstoß mit einem Segelflieger gekommen war. Dieser war weder auf dem Radar des Passagierflugzeugs noch auf dem der Lotsen zu erkennen gewesen.

Laut der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU gab die Besatzung an, dass der Segelflieger rund 30 Meter unter ihrem Flugzeug flog. Der geringste seitliche Abstand betrug laut Aufzeichnungen des militärischen Radars der Bundeswehr rund 185 Meter. Der Kopilot hatte das Segelflugzeug entdeckt. Die Identität des Piloten ist nicht bekannt. Aber bei Ryanair ist man überzeugt, dass die Schuld an der Beinahekollision klar ihn treffe.

«Wir haben so etwas ja auch nicht alle Tage»

Das sehen offenbar nicht alle so. Wie die Zeitung Der Trierische Volksfreund berichtet, nahm die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach Ermittlungen auf, nachdem zwei Strafanzeigen wegen Gefährdung des Luftraumes bei ihr eingegangen waren. Wie lange die Ermittlungen dauern, kann Staatsanwalt Michael Brandt noch nicht sagen. «Wir haben so etwas ja auch nicht alle Tage», sagte er gegenüber der Zeitung.

Für den aeroTELEGRAPH-Informanten ist klar, weshalb ermittelt wird. «Die Ryanair-Piloten hatten den Segler entdeckt und sind dennoch so nah vorbeigeflogen. Damit setzten sie das Leben des Segelflugzeug-Piloten aufs Spiel und auch das ihrer Passagiere». Bei Ryanair bleibt man dabei: «Die unkontrollierte Aktivität des Segelfliegers bedeutet ein Sicherheitsproblem», so Marketing-Managerin Henrike Schmidt gegenüber aeroTELEGRAPH. Mehr werde man nicht kommentieren. Die Ermittlungen überlasse man den deutschen und europäischen Behörden.



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