Boeing 737 von Ryanair: Fliegen soll bequemer werden.

Ryanair kopiert Aldi, H&M und Ikea

Die irische Billigairline will ihr Image aufmöbeln und auch Geschäftskunden anziehen. Dafür hat sie nun auch prominente Vorbilder gefunden.

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Allein, dass es Kenny Jacobs' Job bei Ryanair überhaupt gibt, ist schon so etwas wie eine kleine Sensation. Er ist der erste Marketingchef der Billigairline seit deren Gründung 1985. Und er hat eine anspruchsvolle Aufgabe. Er soll den Kunden klarmachen, dass Ryanair sich ändern kann. Er soll den Kunden klarmachen, dass Ryanair mehr sein kann als nur billig. Denn das muss die Fluglinie nach zwei Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr. Mehr Geschäftskunden und mehr zufriedene Passagiere – das ist das Ziel.

Unmöglich sei das nicht, so Jacobs. Berühmte Beispiele hätten gezeigt, dass genau dieser Weg der Transformation zum Erfolg führe. Aldi, Ikea und H&M hätten das vorgemacht. «Sie alle haben angefangen indem sie sich voll und ganz auf die billigen Preise konzentrierten. Seither haben Sie ihr Geschäftsmodell aber erweitert», erklärt Jacobs am Mittwoch (26. März) laut der britischen Zeitung The Telegraph.

Nicht mehr wütend machen

Das soll nun auch Ryanair schaffen. «Wir haben lange genug unsere Kunden wütend gemacht, angefangen bei unserer uralten Webseite», so Geschäftsführer Michael O'Leary. Er ging noch weiter. Sie sei so schlecht, dass sie ihm «den Willen zu leben raubt», erklärte er der Zeitung USA Today. Und die Seite soll sich denn auch als erstes ändern – bereits das zweite Mal innerhalb eines Jahres. Deutlich weniger Klicks soll man künftig bis zur Buchung brauchen. Die digitale Erneuerung ist O'Leary so wichtig, dass die Airline dafür offenbar eine ganze Reihe neuer Mitarbeiter sucht, wie die Zeitung Irish Independent schreibt.

Neben der neue Webseite soll sich so einiges anderes ändern. Zum einen strebt Ryanair an, auch an zahlreiche größere Flughäfen zu fliegen. Bisher fokussierte man sich auf kleinere, regionale und billige Airports. Außerdem soll das Personal freundlicher werden. Passagiere müssen demnach keine akribischen Kontrollen ihrer Handtaschen mehr fürchten. Außerdem setzt man nun auf Werbung in Fernsehen, Internet und Print und arbeitet mit Reisebüros zusammen.

O'Leary will verdienen

O'Leary erhofft sich von der Offensive Einiges. Schon jetzt transportiert Ryanair mehr als 80 Millionen Passagiere. Doch durch die neuen Maßnahmen, so O'Leary, wolle man es auf 110 Millionen in wenigen Jahren schaffen. «Ich als 4-Prozent-Teilhaber hoffe natürlich, ordentlich damit zu verdienen.» So ganz verloren hat er seinen berühmten fragwürdigen Humor also noch nicht.

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