Pilot in einem Cockpit einer Irkut MS-21: Künftig ohne Kollegin im Cockpit?

Virtuelle KopilotenRussland drängt auf Ein-Personen-Cockpit

Alle Hersteller bereiten sich darauf vor, dass Flugzeuge einst von einer Person im Cockpit alleine gesteuert werden können. Russland will den Prozess jetzt beschleunigen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Sie ist so etwas wie die Gretchenfrage im Flugzeugbau: Nun sag, wie hast du's mit dem Einpersonen-Cockpit? Oder weniger goethesch ausgedrückt: Glauben die Hersteller an eine Zukunft mit nur einem Menschen in der Flugzeugkanzel, oder nicht?

Fast alle beantworten sie hinter vorgehaltener Hand mit ja. Öffentlich aber packen sie ihre Antwort jeweils etwas mehr in Watte. Zu groß sind die Widerstände bei Pilotinnen und Piloten und auch noch bei den Fluggästen. Alle Flugzeugbauer arbeiten trotzdem bereits eifrig an der Zukunft mit dem Ein-Personen-Cockpit. «Wir glauben, dass mehr Automatisierung mehr Sicherheit bringt», sagte beispielsweise Airbus-Chef Guillaume Faury vor einem Jahr. «Wir mögen deshalb langfristig die Idee automatisierter Flüge.»

Virtuelle Kopiloten

In Russland will man den Übergang zum Ein-Personen-Cockpit jetzt schnell vorantreiben. Das Ministerium für Industrie und Handel plant, Kopilotinnen und -piloten in Passagier- und Frachtflugzeugen durch ein virtuelles Pendant zu ersetzen und so die Kosten im Betrieb zu senken. Am 9. August veröffentlichte es eine Ausschreibung im Wert von 2,9 Milliarden Rubel (rund 49 Millionen Euro) für die Entwicklung dieser Technologie, wie die Zeitung Vedomosti berichtet.

Die Analyse der jüngsten wissenschaftlichen Studien zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Luftfahrt lasse die Prognose zu, dass der Übergang zu einer Ein-Personen-Besatzung in Verkehrsflugzeugen bereits in den 2030er-Jahren möglich sei, heißt es in der Ausschreibung. Der erfolgreiche Bieter muss die Arbeit noch 2022 aufnehmen. Er muss danach ein funktionsfähiges Modell des virtuellen Kopiloten «auf der Grundlage eines naturnahen Modells eines universellen Cockpits mit simulierter Umgebung» erstellen.

Schon 2024 soll die Technologie bereitstehen

Bereits Ende 2024 soll dann die Technologie bereitstehen. Bis dahin muss einiges geschehen. Es brauche Maßnahmen, welche die erhöhte Arbeitsbelastung des einzelnen Piloten beseitigten, heißt es in der Ausschreibung des Ministeriums für Industrie und Handel. Dazu müsse das Informations- und Kontrollsystem des Cockpits, die Navigations- und Überwachungsinstrumente und die Cybersicherheit verbessert werden.

Nach dem Einmarsch in die Ukraine und der Einführung westlicher Sanktionen wurden viele Pilotinnen und Piloten in Russland arbeitslos. Denn die russischen Fluggesellschaften können nur noch wenige internationale Flüge durchführen. Einen Stellenwechsel ins Ausland versuchten die Behörden aber zu verhindern. Die Luftfahrtbehörde legt Wechselwilligen Steine in den Weg.

Mehr zum Thema

Cockpit eines Airbus A320: Der Flugzeugbauer setzt auf Automatisierung.

Airbus will das Fliegen weiter automatisieren

Modell einer CR929 im Windtunnel: Zwischen 2025 und 2027 auf dem Markt.

CR929 soll erster großer Flieger mit einem Piloten werden

<p class="p1">Mechaniker bei der Arbeit: Seinen Job sollen künftig in Russland auch Pilotinnen und Piloten erledigen können.</p>

Russische Pilotinnen und Piloten sollen Flieger selbst reparieren

ticker-russland

Nach Drohnenangriff: Russische Flugsicherung begrenzt Verkehr im Süden des Landes

Video

erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Sukhoi Su-57: Erstflug absolviert.
Die neue Variante des russischen Kampfjets soll nicht nur Pilotinnen und Piloten ausbilden, sondern künftig auch Kampfdrohnen koordinieren. Moskau positioniert die Sukhoi Su-57D damit noch stärker als Antwort auf amerikanische Tarnkappenflugzeuge wie die Lockheed Martin F-35.
gerard al fil
Gérard Al-Fil