<p class="p1">Mechaniker bei der Arbeit: Seinen Job sollen künftig in Russland auch Pilotinnen und Piloten erledigen können.</p>

Vorschlag aus der PolitikRussische Pilotinnen und Piloten sollen Flieger selbst reparieren

In Russland macht ein ranghoher Ministerialbeamter einen brisanten Vorschlag. In der Regionalluftfahrt soll das Cockpitpersonal künftig auch Reparaturen selbst erledigen.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

«Vielseitige Kämpfer», das sollen Pilotinnen und Piloten in den Augen von Oleg Bocharov sein. Sie müssten nicht nur Flugzeuge fliegen können, sondern sie auch reparieren, so Russlands stellvertretender Minister für Industrie und Handel beim Eastern Economic Forum in Vladivostok. Dafür müsse man sie ausbilden und danach auch zulassen.

Bocharov sprach dabei über die Regionalluftfahrt. Sie ist für Russland besonders wichtig, um auch abgelegene Kommunen in dem 17 Millionen Quadratkilometer großen Land effizient erreichen zu können. Nicht nur die Pilotinnen und Piloten müssen aber im Hinblick darauf in seinen Augen künftig mehr leisten, sondern auch die Flugzeuge selbst. «Die Technik muss die Möglichkeit von Reparaturen vor Ort im Betrieb vorsehen», zitiert der Telegram-Kanal Aviatorshina den stellvertretenden Minister.

«Das gute alte sowjetische System»

Man arbeite zudem an einem modularen Konzept für die Regionalluftfahrt. Das Cockpit- und Bodenpersonal soll Flugzeuge damit rasch umrüsten können - von Fracht-, zu Passagier- oder zu einer Kombination aus Fracht- und Passagiertransport. «In der Tat sind wir dabei, auf einer neuen Ebene in das gute alte sowjetische System einzutreten, als die UdSSR mehr als 4500 Flugzeuge betrieb.»

Seine Ideen zur Mutifunktionalität der Pilotinnen und Piloten kommen indes in Russland nicht gut an. «Jeder sollte sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern», sagte Igor Deldyuzhov, Vorsitzender der Luftfahrtgewerkschaft SPLS dem Portal BK55. «Damit ein Pilot Flugzeuge reparieren kann, muss er zusätzlich zu seiner Flugschule ein technisches Institut oder eine Schule besuchen. Anschließend muss er eine praktische Ausbildung absolvieren, um seine Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu bestätigen. Aber wer wird den Piloten beibringen, wie man Flugzeuge repariert? Wer wird dafür bezahlen?»

Zwei große Projekte

Oleg Prikhodko, Vizepräsident der Gewerkschaft des russischen Flugpersonals, äußerte sich ähnlich: Der Vorschlag sei unmöglich umzusetzen. Es seien zwei völlig unterschiedliche Berufe.

Das große Projekt in der russischen Regionalluftfahrt ist die LMS-901 Baikal. Der einmotorige Turbopropflieger von Ural Works of Civil Aviation ist für neun Fluggäste oder zwei Tonnen Fracht ausgelegt. Sie soll die noch immer aktiven Antonov An-2 ersetzen und 2024 an die ersten Kunden ausgeliefert werden. Daneben arbeitet Ilyushin an der neuen Version der Il-114, der zweimotorigen Il-114-300, die bis zu 68 Reisenden Platz bieten soll. Sie soll ebenfalls ab 2024 ausgeliefert werden.

Mehr zum Thema

Darstellung des Rettungssystems: Mit Fallschirm zu Boden gleiten.

LMS-901 Baikal bekommt Rettungssystem mit Fallschirm

Was die Ilyushin Il-114-300 alles bietet

Was die Ilyushin Il-114-300 alles bietet

Arbeit mit Teilen von Lufthansa Technik (hier in Budapest): Auch in Russland lagern etliche.

Lufthansa Technik fürchtet Verstaatlichung von Ersatzteilen in Russland

ticker-russland

Russland erhöht Finanzierung für Leasing heimischer Flugzeuge deutlich

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg