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In Brandenburg

Rolls-Royce arbeitet an neuem Hybrid-Testflieger

Der Triebwerksbauer startet ein neues Projekt zum Test von Hybridantrieben. Rolls-Royces Arbeiten an Flugzeug und Motor finden in Brandenburg statt.

Rolls-Royce

Neuer Testflieger für Rolls-Royce-Triebwerke: So soll er aussehen.

Im Frühjahr übernahm Rolls-Royce die Sparte für elektrische Flugzeugantriebe von Siemens. Der Triebwerkshersteller erklärte, man wolle eine bedeutende Rolle in der Elektrifizierung spielen, die man nach den Hubkolbenmotoren und Gasturbinen als «dritte Ära der Luftfahrt» ansehe. Er stellte zugleich klar, dass er vorerst in Hybridantrieben das größte Potenzial sieht. Und daran arbeitet Rolls-Royce nun im brandenburgischen Dahlewitz.

Man werde einen hybrid-elektrischen Flugdemonstrator auf Basis des Hybridantriebs M250 entwickeln, teilt Rolls-Royce mit. «Es wird eines der weltweit umfassendsten Entwicklungs- und Integrationsprogramme für hybride Turbinenantriebe in der Luftfahrt ermöglichen und den Weg für Experimentalflüge mit Flugzeugen nach 2021 ebnen», kündigt der Konzern an. Partner sind der Entwicklungsbetrieb Apus Aeronautical Engineering und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg. Finanziell wird das Projekt vom Land Brandenburg unterstützt.

Entwicklung rund um den Globus

Apus wird die Flugzeugzelle liefern, Rolls Royce die Hybridversion der M250-Gasturbine. Rolls-Royce-Ingenieure in den USA, Großbritannien, Deutschland, Norwegen und Singapur haben das Triebwerk zu einem hybrid-elektrischen Antriebssystem weiterentwickelt. So wird das Testflugzeug eine M250-Gasturbine mit einem hoch verdichteten Batteriesystem, elektrischen Generatoren, Stromrichtern und einem Leistungsmanagement- und Steuerungssystem verbinden. Bodentests wurden bereits absolviert.

Der M250-Hybrid soll als Antrieb mit einer Leistung von 500 Kilowatt bis 1 Megawatt eingesetzt werden. Es geht dabei um kleinere Flieger. «Das System könnte auf einer Reihe von Plattformen eingesetzt werden, um künftig dezentrale hybrid-elektrische Antriebe zu ermöglichen, darunter EVTOLs (hybrid-elektrische Fluggeräte mit Senkrechtstart- und -landefähigkeit), Flugzeuge der allgemeinen Luftfahrt und Hybridhubschrauber», so Rolls-Royce. Für größere Flugzeuge entwickelt Rolls-Royce gemeinsam mit Airbus das Projekt E-Fan-X mit einem 2,5 Megawatt-System auf Basis des AE-2100-Antriebs.



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