Piloten von Republic Airways: Mangelware.

Chapter 11Bombardier zittert um Order von Republic Airways

Die amerikanische Airline flüchtet sich unter Gläubigerschutz - trotz Profitabilität. Republic Airways möchte auf diese Weise kleine Flieger und eine große Order von Bombardier C-Series loswerden.

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Es ist nicht so, als würde Republic Airways gleich das Geld ausgehen. Die letzten acht Quartale konnte die amerikanische Fluggesellschaft stets einen Gewinn ausweisen. Und dennoch flüchtete sie sich nun unter Gläubigerschutz, in den USA nach dem entsprechenden Gesetzesartikel Chapter 11 genannt. Nun hat das Management Zeit, das Unternehmen neu aufzustellen - ohne dass Gläubiger Geld fordern können.

«Wir wollten diesen Schritt verhindern», sagt Republic-Airways-Chef Bryan Bedford. Doch es sei klar geworden, dass man so nicht mehr weiterkomme. Die Fluggesellschaft versucht seit längerem, ihre 50-plätzigen Embraer E-145 loszuwerden. Doch die Verhandlungen mit den Leasinggebern erwiesen sich als schwierig.

Zu viele kleine Flugzeuge

Republic Airways und ihre Tochter Shuttle America fliegen nicht unter eigenem Namen, sondern im Auftrag aller großen amerikanischen Fluggesellschaften. Für sie bedient die Fluglinie regionale Strecken. American Airlines, Delta Air Lines und United Airlines setzen dort aber zunehmend auf größere Flugzeuge. Die 50-Plätzer sind daher zur Hypothek geworden. Die Flieger stehen am Boden und verschlingen rund 10 Millionen Dollar pro Monat.

Hinzu kommt, dass Republic nicht mehr genug Piloten findet, um alle Flüge durchführen zu können. Daher musste das Unternehmen immer wieder Flüge anullieren und das bedeutet Ärger mit den Kunden. Der Mangel ergibt sich auch daraus, dass die USA die Anforderungen an Piloten hochsetzten. Statt 250 Stunden müssen Kopiloten neu 1500 Stunden Erfahrung mitbringen.

Nicht mehr gebrauchte Order

Kleine Flieger und Pilotenmangel sind aber nur zwei der Probleme, die Republic plagen. Ein großes ist die Bestellung von 40 Bombardier C-Series CS300. Sie wurde 2010 platziert, als Republic Airways noch Frontier Airlines besaß. 2013 hat sie die Tochter verkauft. Für den kanadischen Flieger hat Republic daher keinen Bedarf mehr.

Bislang konnte sich Bombardier auf die Position stellen, gekauft sei gekauft. Unter Chapter 11 wird das viel schwieriger. Eine Abbestellung der C-Series wird sehr wahrscheinlich. Für die Kanadier wäre das ein Rückschlag, nachdem sie bereits bei United zwei Mal bei einer Ausschreibung unterlagen. Der einzige Erfolg in letzter Zeit war der Kauf von 45 C-Series durch Air Canada.

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