Airbus A350-1000: Das Flugzeug wurde nun erstmals ausgeliefert.

VerkaufsargumenteSo preist Airbus den A350 an

Boeing wird mit der 777-9 dem Airbus A350 Konkurrenz machen. Doch die Europäer geben sich noch unbeeindruckt.

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Verkaufsgespräche zwischen Flugzeugbauern und Airlines sind natürlich streng geheim. Doch auf einer Pressekonferenz gab Marisa Lucas, Marketingchefin für Airbus' A350-XWB-Programm nun einen kleinen Eindruck, was potenzielle Kunden zu hören bekommen – zumindest, wenn sie zwischen dem A350-1000 und der Boeing 777-9 schwanken.

Der A350-1000 ist gerade für Erstbetreiber Qatar Airways zum ersten Mal abgehoben. Die 777-9 ist die neue Variante von Boeings Langstreckenklassikers 777. Sie soll 2020 auf den Markt kommen. Doch bei Airbus macht man sich angesichts des neuen Konkurrenzjets von Boeing keine Sorgen, sagt Lucas.

Änderungen sollen mehr Gewicht bringen

«Mit dem A350 haben wir einen komplett neuen Flieger auf den Markt gebracht», so Lucas. Boeing sei dagegen beim Design der 777-9 Kompromisse eingegangen. «Nicht alles an der 777-9 ist neu», so die Airbus-Managerin. Hinzu komme, dass viele der Änderungen, die Boeing an der 777 vorgenommen habe, dazu führten, dass der Flieger schwerer werde.

«Einige neue Dinge, die die Effizienz eigentlich verbessern sollten, haben dafür gesorgt, dass das Flugzeug 35 Tonnen schwerer ist als der A350-1000», so Lucas. «Ein voller A350-1000 mit 370 Passagieren ist also so schwer wie eine leere 777-9.» Die Betriebskosten des A350-1000 liegen laut ihren Angaben zudem 15 Prozent unter denen, die Boeing für die 777-9 anpeilt.

Mehr Plätze in Boeings Flieger

Aber: In die 777-9 passen mit 400 bis 425 Passagieren klar mehr Gäste als in den A350-900. Lucas sagt dazu:  «Wir können in den A350-1000 auch zehn Plätze pro Reihe einbauen.» Dann käme man auf 400 Plätze pro Flieger in einer 3-Klassen-Konfiguration. Für Airlines, die mit Abstrichen beim Komfort leben könnten, sei das eine Option. Einem verlängerten A350-1100 hat Airbus erneut eine Absage erteilt. «Kein Thema» heißt es in Toulouse.

Einige Experten glauben, dass Airbus ein Flieger in dieser Größe fehlt und daher Boeing die besseren karten haben wird. Von der 777-X - so der Übername der Familie - wird es zwei Varianten geben: Die 777-8 fasst 350 bis 375 Passagiere und hat eine Reichweite von bis zu 16.110 Kilometern. Die 777-9 dagegen bietet 400 bis 425 Passagieren Platz und kann ohne Stopp bis zu 14.075 Kilometer weit fliegen. Sie kommt zuerst auf den Markt.

Anpassungen immer möglich

All diese Aussagen basieren natürlich nur auf Informationen, die bereits jetzt über die 777 bekannt sind. Auch während der Produktion können noch Anpassungen an Flugzeugen vorgenommen werden. Airbus hat auch den A350 laufend angepasst. Zudem wird Boeing alles dafür tun, die Kunden mit ähnlichen Argumenten für sich begeistern zu können.

Beide Varianten der 777-X sollen mit einer Spannweite von 72 Metern echte Riesen werden. Zum Vergleich: Der A350 bringt es auf knapp 65 Meter. Damit Boeings neuer Langstreckenflieger auf Rollwegen, Pisten und Standplätzen vieler Flughäfen keine Probleme bekommt mit seinen breiten Schwingen, sind die Flügelspitzen einklappbar, so dass die Spannweite auf 65 Meter sinkt – ein Novum in der Zivilluftfahrt. Tragflächen und Heckflosse werden aus karbonfaserverstärktem Kunststoff bestehen, der Rumpf aus Metall.

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