Piloten im Cockpit: Laut der Studie ist niemand von den Fehlern gefeit.

Neue StudiePiloten schätzen die Wetterlage oft falsch ein

Auch noch so gut geschulte Piloten sind nicht vor Irrtümern gefeit. Sie machen drei Fehler besonders häufig, zeigt nun eine neue psychologische Studie.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Kaum irgendwo kann das so fatale Folgen haben wie in der Luftfahrt. Kein Wunder also, dass Piloten wie kaum eine andere Zunft auf ihre Tauglichkeit getestet werden. Und trotzdem kann man dadurch nicht alles verhindern. Eine neue Studie der neuseeländischen Massey University, die in der Zeitung Applied Cognitive Psychology veröffentlicht wurde, wirft ein beunruhigendes Licht auf die Fähigkeit von Piloten, in schwierigen Wettersituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Selbst erfahrene Piloten, so das Ergebnis der Studie, tendieren dazu, kritische Situationen falsch einzuschätzen. Dies passiert dann, wenn ihnen im Voraus eine positivere Einschätzung zur Verfügung gestellt wurde – egal wie seriös die Quelle dieser Einschätzung war. Drei psychologische Phänomene namens Ankerfehler (anchoring bias), Bestätigungsfehler (confirmation bias) und Bewertungsfehler (outcome bias) wurden bei der Untersuchung von 754 Piloten festgestellt. Sie haben zur Folge, dass die Piloten sich im Zweifel entschieden, nicht umzukehren, obwohl das in einer bestimmten Situation richtig gewesen wäre.

Erste Information hat am meisten Gewicht

Fast alle getesteten Piloten zeigten diese Fehlerverhalten, welche die Entscheidungen der Piloten negativ beeinflussten. Der Anker-Effekt, dem die meisten Piloten zum Opfer fielen, beschreibt eine Situation, in der man die erste Information zu einem Thema als die entscheidende verarbeitet – egal was man später erfährt.

Das heißt: Wenn die Forscher den Piloten als erstes die Information gaben, das Wetter erscheine gut, dann bewerteten die Piloten bei der Flugvorbereitung und während des Fluges die Umstände positiver. Bei negativen Informationen gab es den gegenteiligen Effekt, auch wenn in allen Fällen die Umstände eigentlich dieselben waren.

Positive Informationen werden höher gewichtet

Der Bestätigungsfehler beschreibt eine Situation, in der Piloten positive Informationen höher gewichten als negative. Das heißt: Aussagen wie «Es scheint sicher, zu landen», wurden wichtiger eingestuft als negative wie etwa «Die Sicht ist sehr schlecht». Gerade bei Piloten sollte es aber genau anders herum sein, so die Forscher.

Der Bewertungsfehler beschreibt, wie die Piloten in der Studie Situationen rückblickend bewerten. Erzählten die Forscher den getesteten Piloten, dass ihr – natürlich nur simulierter – Flug einen Unfall hatte, dann stuften sie ihre eigenen Entscheidungen als schlecht und gefährlich ein. Passierte nichts, stuften sie die Entscheide als gut ein. Menschen tendieren dazu, Entscheidungen basierend auf dem Ergebnis und nicht auf den Risiken zu treffen – sogar Piloten.

Nicht zu verhindern

Die nächste schlechte Nachricht: Man habe schon oft versucht, diesen potenziell fatalen Fehleinschätzungen entgegen zu wirken, so die Forscher. Doch geändert habe sich nichts. Die Menschen seien einfach so programmiert. Immerhin eine gute Nachricht gibt es dann aber doch: Die Tests der Piloten bezogen sich auf Flüge auf Sicht. Und Situationen wie die getesteten treten zum einen ohnehin sehr selten auf – und zum anderen noch viel seltener in Passagierfliegern, sondern hauptsächlich bei privaten Piloten.

Mehr zum Thema

Modernes Cockpit: Technologie macht Fliegen sicherer, aber auch komplexer.

Flugzeuge werden sicherer, aber anfälliger für Schäden

Passagiere in München: Anteil von Frauen und Männer beinahe ausgeglichen

Passagiere werden jünger und weiblicher

Automatisierte Sicherheitsschleusen: Noch nicht so weit verbreitet.

Wo Reisende Maschinen Menschen vorziehen

Geisterschrein in Thailand: Auch in Flughäfen anzutreffen.

Wenn Geister die Luftfahrt ergreifen

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack