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Paul Gregorowitsch

Was Oman Airs scheidender Chef hinterlässt

Der Chef von Oman Air räumt seinen Posten. Am liebsten sähe Paul Gregorowitsch einen Einheimischen als Nachfolger. Der wird viel zu tun haben.

Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Airbus A330 von Oman Air: Die Golfairline sucht einen Nachfolger.

Paul Gregorowitsch will zurück in die Heimat. Er tritt von seinem Posten als Chef von Oman Air zurück und zieht Anfang 2018 zurück in die Niederlande. Und er sagt auch der Airlinebranche Adieu. Der 61-Jährige geht dann in Rente.

Noch im Sommer hatte Gregorowitsch im Gespräch mit aeroTELEGRAPH über seinen damals noch nicht offiziell festgelegten Rücktritt gescherzt. Sein Nachfolger, sagte er damals nebenbei, solle aus dem Oman kommen. Denn: Priorität hatten für den Manager immer Angestellte aus dem Sultanat. Da dieses mit vier Millionen Einwohnern nicht besonders groß ist, habe er aber immer wieder auf Ausländer zurückgreifen müssen, erzählte Gregorowitsch.

Flottenentscheid steht an

Wer auch immer auf Gregorowitsch folgt – an Arbeit wird es ihm oder ihr nicht mangeln. So steht etwa eine Entscheidung darüber aus, welche Flugzeuge die Airbus A330 von Oman Air ersetzen. Die Fluglinie fliege nie mit Jets, die älter als 12 Jahre sind, bei den A330 sei das 2021 der Fall, sagte Gregorowitsch im Gespräch. Daher müsse man bereits in den kommenden Monaten eine Entscheidung treffen.

Gedanken gemacht hatte Gregorowitsch sich bereits. Die Skaleneffekte, ließ der Chef im Sommer verlauten, seien bei der Bestellung von Dreamlinern groß, weil man bereits viele Boeing 737 in der Flotte habe und die der 787 nicht unähnlich seien. Gleichzeitig wollte er aber auch immer vorsichtig sein, nicht von einem Zulieferer aus einem einzigen Land abhängig zu sein. Für das Sultanat sei es wichtig, Beziehungen in die USA und nach Europa zu haben.

Gewinn in weiter Ferne

Gregorowitschs Nachfolgerin oder Nachfolger wird allerdings neben all der Diplomatie auch dafür sorgen müssen, dass die Nationalairline wieder in die schwarzen Zahlen kommt. Das Ziel 2017 die Gewinnschwelle zu überschreiten, besteht nicht mehr. Und auch 2018 dürfte das nicht gelingen.

Der scheidende Chef betonte immer, dass das als Nationalairline auch nicht das höchste Ziel sei. Man sei dem Land etwas schuldig und das sei nicht immer nur in Geld zu messen.

Boutique-Airline, keine Netzwerkairline

Oman Air ist mit einer Flotte von rund 50 Flugzeugen im Vergleich zu den anderen Golfairlines klein. Aber genau das bezeichnet die Fluglinie aus dem Sultanat, das Gregorowitsch als so etwas wie die Schweiz vom Golf bezeichnet, als ihr Alleinstellungsmerkmal. Sie versteht sich als Boutique-Airline, nicht als klassische Netzwerkairline.



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