Selbst gedruckte Etiketten von Swiss und Iberia: Kostet weniger.

Etikette aus eigenem DruckerPassagiere geben nun auch Gepäck selber auf

Zuerst lagerten Fluglinien das Check-in an die Passagiere aus. Nun kommt etwa bei der Swiss auch die Gepäckaufgabe dran. Sie sollen Etiketten selber drucken und Koffer selber aufgeben. Das spart Zeit und Geld.

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Swiss-Passagiere kommen in Genf vom Ticketkauf bis hin zum Einsteigen am Gate mit keinem einzigen Mitarbeiter der Airline mehr in Kontakt. Denn sie geben neu auch ihre Koffer und Taschen selber auf. Beim Check-in am Heimcomputer drucken sie nicht nur die Bordkarte aus, sondern gleich auch die Gepäcketikette mit dem markanten Strichcode (im Jargon: baggage tag). Die wird am Flughafen in eine Plastikhülle gesteckt und der Koffer kommt in die speziellen Selfservice-Automaten. Los geht die Reise.

Das System wurde länger getestet und am 18. August fest eingeführt. Am 1. September gilt es auch in Zürich für alle abgehenden Flüge sowie an einigen Destinationen im Ausland. Einen Unterschied gibt es aber in der größten Schweizer Stadt. Der Flughafen hat noch keine Selfservice-Automaten aufgestellt. Der Passagier muss also doch noch zum Abgabeschalter - und riskiert dort Warteschlangen. Die Wartezeiten werden aber sicherlich kürzer. Swiss ist damit die Airline in Europa, die mit dem System am weitesten geht.

Serviceabbau oder Zeitersparnis?

Self-Baggage-Drop ist der nächste Schritt zur kompletten Selbstbedienung beim Fliegen.  Fluggesellschaften haben in den vergangenen Jahren immer mehr Dienste an die Passagiere ausgelagert. Dadurch lässt sich Personal sparen. Das ist bei den minimalen Margen in der Luftfahrt mehr als willkommen. Einige Reisende sprechen von Serviceabbau und Verlust von Markenidentität. Generell kommt die Option bei Reisenden aber gut an.

Bei Alaska Airlines hat man jedenfalls gute Erfahrungen mit dem System gemacht, das Swiss nun ebenfalls einsetzt. Vor drei Jahren führte die amerikanische Fluggesellschaft Self-Tag-Express ein, bei dem Passagiere, ihre Gepäcketiketten zuhause selbst ausdrucken und das Gepäck dann selber aufgeben. «Das Angebot wurde gut angenommen» erklärt eine Sprecherin gegenüber aeroTELEGRAPH. Bereits jeder fünfte Passagier benutze es.

Iberia ist sehr zufrieden

Gleich sind die Erfahrungen von Iberia. Die spanische Fluglinie führte das System 2013 auf Inlandsflügen ein. Vergangenes Jahr wurde es auf Flügen ab/nach Bogota, Genf, Guayaquil, Mexico, San José, San Salvador, Santiago de Chile und Zürich ausgeweitet. «Die Erfahrungen sind sehr gut», erklärt eine Sprecherin. Im laufenden Jahr hätten 15,5 Prozent der potenziell erreichbaren Passagiere auf innerspanischen Flügen den Dienst in Anspruch genommen. Bei Flügen nach/von Genf seien es 30 Prozent, bei Zürich 37 Prozent gewesen. Als nächstes werden die US-Flüge My-Bag-Tag-kompatibel gemacht.

Bei Lufthansa teste man noch. My Home Tag nennt sich dort der Dienst. Er wird derzeit nur auf den Strecken Frankfurt - Tokio Narita, Frankfurt - São Paulo Guarulho) und München - São Paulo angeboten. Weitere Strecken folgen schon bald. Ein Problem gibt es derzeit noch für alle europäischen Fluglinien. Für Flüge innerhalb der EU gibt es bei den Zollvorschriften noch Probleme, die erst gelöst werden müssen, um Self-Baggage-Drop einzuführen.

Auch Flughäfen setzen auf Maschinen

Die Automatisierung beschränkt sich nicht auf die Fluglinien. Längst checken an vielen Flughäfen Automaten den Zutritt zu den Passagierbereichen. Und auch die Passkontrolle wird immer öfter von Computern übernommen.

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