Boeing 777 X im Flug: Unkontrollierte Bewegung macht der amerikanischen Luftfahrtbehörde Sorgen.

Weitere Verzögerung drohtPanne bei einem Testflug der Boeing 777X

Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnt nach einer Panne bei einem Testflug Boeing deutlich. Es brauche noch einiges, bis die 777X zugelassen werde.

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Es sind happige Vorwürfe. In einem Brief an Boeing schreibt der für den Flugzeugbauer zuständige Vertreter der Federal Aviation Administration FAA: «Das Flugzeug ist noch nicht bereit». Die für die Musterzulassung der Boeing 777X erforderlichen technischen Daten seien noch nicht so weit, dass das Design des Flugzeugmodells ausgereift erscheine und man erwarten könne, dass es den geltenden Vorschriften entspreche.

Im Brief, den die Zeitung Seattle Times öffentlich machte, listet die amerikanische Luftfahrtbehörde offenbar eine ganze Liste von Mängeln der Boeing 777X auf. Eines ist die Folge einer Panne bei einem Flugtest am 8. Dezember 2020. Auf dem Flug kam es zu einem sogenannten uncommanded pitch event, einem Absenken oder Anheben der Nase des Flugzeuges, ohne dass die Cockpit-Crew dieses mit einer Eingabe veranlasst hätte.

Schon vier Jahre Verspätung

Die FAA zeigt sich gemäß Seattle Times offenbar besorgt über vorgeschlagene Änderungen an der Software als auch an der Hardware der Flugsteuerung der 777X. Ein vorgeschlagenes wichtiges Avioniksystementspreche nicht nicht den Anforderungen. Es brauche daher womöglich mehr Flugtests als Boeing plant.

Das könnte zu einer weiteren Verzögerung beim Programm führen.  Bis zur Zulassung der 777X dauere es realistischerweise noch mindestens zwei Jahre, so die Behörde. Es werde nun vermutlich Ende 2023 soweit sein.

Noch später bei Lufthansa

Damit könnte die Übergabe der ersten Boeing 777 an einen Kunden erst Anfang 2024 geschehen - vier Jahre später als ursprünglich geplant. Im Januar hatte der Hersteller die erste Auslieferung auf Ende 2023 verschoben. Emirates, Lufthansa und Qatar Airways werden zuerst 777X erhalten.

Das bedeutet auch, dass Lufthansa ihre Boeing 777X nochmals später bekommt. Für die deutsche Fluggesellschaft ist dies indes kein Nachteil. «Wir glauben, es ist das richtige Flugzeug für uns, vor allem jetzt, wo es später kommt», sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr kürzlich. Man brauche in den nächsten Jahren tendenziell erst die kleineren Langstreckenflugzeuge.

Zulassung sobald zufrieden

Boeing erklärte gegenüber der Seattle Times, man konzentriere «sich während der gesamten Entwicklung der 777X voll und ganz auf die Sicherheit als oberste Priorität». Und die FAA meinte, sie werde «kein Flugzeug zulassen, wenn es nicht unseren Sicherheits- und Zertifizierungsstandards entspricht».

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