Rolls-Royce vor Dreamliner von Oman Air: Die Airline setzt wohl vermehrt auf die Boeing 787.

RestrukturierungOman Air setzt auf nur noch ein Langstreckenmodell

Vorerst will die staatliche Fluggesellschaft des Sultanats sich verkleinern und Kosten sparen. Ab 2027 möchte Oman Air aber wieder «aggressiv wachsen».

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Oman Air ist schon länger ein Sorgenkind. Kein Wunder. Die Konkurrenz am Persischen Golf ist brutal. Mit Emirates und Qatar Airways hat die staatliche Fluggesellschaft des Sultanats zwei Giganten als Mitbewerber. Und in Saudi-Arabien entsteht mit Riyadh Air ein weiterer ehrgeiziger Konkurrent. Daneben buhlen auch Air Arabia, Etihad, Flydubai und Gulf Air um eine ähnliche Kundschaft.

Bereits vergangenes Jahr kündigte der omanische Verkehrsminister Saeed Al Mawali deshalb ein «umfassendes Programm zur Umstrukturierung» der chronisch defizitären staatlichen Fluggesellschaft an. Es sollte drei bis vier Jahre dauern, die Verluste stoppen und zu einer Entschuldung führen. Die Richtung stimmt. 2023 beförderte Oman Air mit sechs Millionen ein Fünftel mehr Passagiere. Und sie reduzierte den Jahresfehlbetrag um 36 Prozent, nachdem er bereits im Vorjahr kleiner geworden war. Konkrete Zahlen zur Höhe des Verlustes nennt Al Mawali  jedoch nicht.

Schwarze Null bis 2027

Man habe Verträge neu verhandelt, einige nicht notwendige Verträge gekündigt und allgemeine Kostensenkungen vorgenommen, so Al Mawali zur Zeitung Oman Observer. Dazu gehören auch die Einstellung unprofitabler Strecken, wie etwa die vorübergehende nach Zürich, oder die Reduktion von Frequenzen, wie etwa auf der Route Muscat - Frankfurt. Der nächste Schritt bestehe darin, kleinere Kredite aufzunehmen.

«Wir sind dabei, das Unternehmen zu redimensionieren und neu zu positionieren», sagte der Verkehrsminister. Oman Air werde sich vorerst darauf konzentrieren, «die Sitze zu füllen und den Ertrag zu verbessern», um das Unternehmen finanziell wieder gesund zu machen. Man gehe davon aus, bis 2027 eine schwarze Null beim Betriebsergebnis zu erreichen.

Airbus A330 sind älter

Zum Plan gehört auch eine Vereinfachung der Flotte. Man wolle auf der Langstrecke künftig nur noch mit einem Modell unterwegs sein, so Al Mawali. Aktuell fliegt Oman Air mit zwei Boeing 787-8 und sieben 787-9 (Durchschnittsalter unter sieben Jahre) sowie sechs Airbus A330-300 und vier A330-200 (Durchschnittsalter zwölf Jahre). Neun weitere Dreamliner erhält die Fluggesellschaft noch.

Die älteren A330 stehen daher für die Ausflottung im Vordergrund. Es ist auch gut möglich, dass Oman Air weitere Boeing 787 bestellen wird. «Wir sollten uns mehr auf Großraumflugzeuge konzentrieren», so Al Mawali über die künftige Strategie, ohne konkret zu werden. Eines aber sagt er klar: Wenn die Fluggesellschaft wieder gesund sei, wolle man wieder «aggressiv wachsen».

Kein Wort mehr zu Salam Air

Kein Wort verlor Al Mawali zuletzt über die Integration der Billigairline Salam Air. Sie stand noch vergangenes Jahr «ganz oben auf der Agenda». Bisher arbeiten die staatliche Billigfluglinie und die ebenfalls staatliche Oman Air getrennt, abgesehen von einem Codeshare-Abkommen.

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