Flügel einer Bombardier C-Series: Offeriert der Flugzeugbauer Dumpingpreise?

DumpingpreiseNun wettert auch Boeing gegen Bombardier

Nach Embraer erhebt mit Boeing ein zweiter Konkurrent schwere Vorwürfe gegen den kanadischen Flugzeugbauer. Bombardier habe mit Dumpingpreisen den Markt durcheinander gebracht.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Es sind harsche Vorwürfe, die Boeing der kleineren Konkurrentin aus Kanada entgegenschleudert. Bombardier habe die C-Series zu Dumpingpreisen in den USA angeboten und nur so dort Kunden gewonnen. Das habe Aufträge gekostet, weil man mit den «absurd niedrigen» Preisen nicht mithalten konnte, so Boeing. Daher beschwerte sich der Konzern in der vergangenen Woche bei der International Trade Commission ITC. Die Behörde berät die US-Regierung in handelspolitischen Fragen.

Boeing will, dass die ITC Bombardiers Geschäfte untersucht. Grund für die Vorwürfe ist ein Großauftrag der US-Fluglinie Delta Air Lines bei den Kanadiern. Sie bestellte Ende April 2016 75 C-Series CS100 bei Bombardier und sicherte sich zugleich eine Option auf 50 weitere Flugzeuge des gleichen Typs. Die Kanadier setzten sich damit gegen den Erzrivalen Embraer durch, aber auch gegen die großen Konkurrenten Airbus und eben Boeing. Laut Boeing konnte Bombardier es sich nur dank Staatshilfen leisten, Verlust auf der Bestellung zu akzeptieren. Bombardier habe die C-Series für 19,6 Millionen Dollar pro Stück verkauft – deutlich weniger als die Produktionskosten von 33,2 Millionen.

Seitenhieb an Airbus

In der Beschwerde lässt sich Boeing zudem nicht nehmen, auch einen Seitenhieb an Airbus zu verteilen. Ganz offensichtlich habe Bombardier einen Blick in Airbus' Strategiehandbuch geworfen, heißt es laut der Nachrichtenagentur Bloomberg in der ITC-Beschwerde von Boeing. Bombardier habe plump und ignorant versucht, mit Muskelspielchen in den US-Markt zu drängen, indem man zu nicht kostendeckenden Preisen verkaufe.

Bombardier und die kanadische Regierung haben bereits auf die Vorwürfe reagiert. Bombardier halte sich immer an die Gesetze und Vorgaben in den Ländern, in denen man geschäftlich aktiv sei, so eine Mitteilung laut der Zeitung Globe and Mail. «Das schließt die in Boeings Vorwürfen beschriebenen Vorgänge mit ein.» Man gebe mehrere Millionen Dollar für amerikanische Zulieferer aus und haben in den verschiedenen Bereichen über 7000 Angestellte in den USA.

WTO-Klage von Brasilien

Es ist nicht das erste Mal, dass Bombardier sich gegen diese Vorwürfe verteidigen muss. Im vergangenen Jahr erhob Embraer-Chef Paulo Cesar de Souza e Silva ebenfalls die Vorwürfe, Bombardier habe mit unfairen Mitteln gekämpft. «Natürlich gewinnt man mal und verliert man mal», so der Manager. Aber bei Delta habe man sehr aggressiv mitgeboten und verloren. Er vermutet, dass Bombardier die C-Series der amerikanischen Fluggesellschaft unter Produktionskosten angeboten hat. «Ich kann das nicht belegen», so Silva, «aber es war ziemlich sicher der Fall».

Im Dezember kündigte dann die brasilianische Regierung an, Klage bei der Welthandelsorganisation WTO einzureichen. In Kanada sah man das auch damals schon anders. «Wir sind sicher, dass alle Investitionen zu hundert Prozent mit den WTO-Regeln übereinstimmen», heißt es vom Unternehmen.  Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau meldete sich zu Wort. «Es gibt Regeln und die halten wir ein». Auch andere Länder, sogar Brasilien, würden der Luftfahrtindustrie mit Investitionen helfen.

Mehr zum Thema

Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.

Warum wenige Jahre alte Airbus und Boeing-Flugzeuge schon verschrottet werden

ticker-boeing-1

Sturm lässt Teil einer Wand des Boeing-Werks in Wichita einstürzen

ticker-boeing-1

Streikrisiko sinkt: Boeing erzielt vorläufige Einigung mit 17.000 Ingenieurs- und Technik-Fachkräften

ticker-boeing-1

Boeing liefert im August 51 Flugzeuge aus

Video

midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Feuerwerk und Flugzeug: Keine gute Kombination.
Feuerwerk und Flugzeuge sind keine gute Kombination. Das zeigte sich am Flughafen Mundo Maya in Guatemala, als ein Airbus A320 von Avianca zur Landung ansetzte.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies