Flugzeug von Nordica: Bald nicht mehr zu sehen?

Marabu-PartnerinMarabu-Partner Nordica könnte aufgelöst werden

Die angeschlagene estnische Fluggesellschaft erhält kein Geld mehr vom Staat. Jetzt steht auch eine Auflösung von Nordica im Raum.

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Das Projekt Nordica ist gescheitert. Einst wurde die Airline von der Regierung Estlands gegründet, um die Hauptstadt Tallinn weiterhin international anzubinden. Doch so richtig funktioniert hat das nie. So stellte sie 2019 den eigenen Flugbetrieb ein.

Die Gruppe hat inzwischen noch zwei Geschäftsfelder. Zum einen fliegen die beiden Airlines der Nordic Aviation Group im Auftrag nordischer Länder auf subventionierten Strecken. Zum anderen übernehmen Nordica und ihre Schwester X Fly auch Wet-Lease-Aufträge. Unter anderem fliegen sie für den auf Deutschland ausgerichteten Ferienflieger Marabu.

12 Millionen Euro Verlust

Doch auch dieses Geschäftsmodell funktioniert nicht, wie es soll. In den ersten neun Monaten des Jahres hat Nordica einen Verlust von 12 Millionen Euro geschrieben. Und jetzt hat der Staat bestätigt, was der Rechnungshof ihm schon im September riet: Nordica erhält kein weiteres Geld der Regierung mehr. Eine Airline, deren Aufgabe es sei, Tallinn an die Welt anzubinden, sei unternehmerisch nicht sinnvoll.

Stattdessen möchte man den Flughafen der Hauptstadt finanziell unterstützen - mit der Auflage, dass die Gebühren nicht erhöht werden. So schaffe man es eher, Estland an die Welt anzubinden. 14,4 Millionen Euro soll er erhalten, heißt es beim Fernsehsender EER.

«Lieber bankrottgehen lassen»

Und wie geht es mit Nordica weiter? Eine Option sei eine Privatisierung - ganz oder in Teilen. Doch wirklich viel Geld dürfte man für Nordica nicht mehr bekommen, daraus macht auch Vorstandsvorsitzender David O'Brock-Kaljuvee keinen Hehl. Im Mai habe der Wert der Airline nach einer Prüfung noch bei 70 Millionen Euro gelegen. Doch der sei nun gesunken.

«Es ist klar, dass heute niemand 70 Millionen für Nordica anbieten wird», sagt er. Und auch eine Auflösung der Airline steht offenbar im Raum. Falls niemand die Fluggesellschaft zu einem vernünftigen Preis kaufen wolle, so O'Brock-Kaljuvee, «sollten wir sie lieber pleite lassen. Vielleicht sollten wir es tatsächlich tun.»

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