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Amerikanische Fluglinien

Noch weniger Platz für Economy-Kunden

Kann man mit noch weniger Platz fliegen? US-Airlines setzten auf eine abgespeckte Variante der Economy-Klasse. Delta bietet die Basic Economy bereits an, United und American stehen kurz vor der EInführung.

Economy Class: Es soll einfacher werden.

Die amerikanischen Fluggesellschaften führen eine neue Sitzkategorie ein. Zu den günstigsten Preisen soll es künftig noch weniger Platz und Annehmlichkeiten geben. Delta Airlines hat die Basic Economy ohne viel Aufhebens bereits eingeführt, American Airlines und United Airlines wollen in Kürze dem Beispiel folgen. Verbraucherschützer nennen das neue Angebot bereits Economy Minus oder Last Class.

Schon jetzt ist regulären Economy-Passagieren auf interamerikanischen Langstrecken wie von New York  nach San Francisco klar, dass die Musik vorne im Flugzeug spielt: Business und First Class nehmen mit komplett ausziehbaren Sitz-Betten mehr als die Hälfte des Raums in der Kabine ein, die verbleibende Economy-Klasse ist hinten dicht aneinandergerückt.

Weniger «Kinkerlitzchen»

Künftig soll es ein noch weniger attraktives Angebot geben: Bei Basic Economy kann der Sitzabstand auf 71 Zentimeter zurückgefahren werden. Umbuchungen oder Rückerstattungen sind ganz unmöglich – auch nicht gegen die Bezahlung einer Gebühr. Selbst der Koffer im Handgepäck wird kosten. Sitzplätze werden nicht im Voraus vergeben. Manche Anbieter erwägen ganz hinten auch Snacks, Soda-Getränke und das Bord-Entertainment nur gegen Aufpreis zu gewähren. Diese Extras werden in der normalen Economy eben erst wieder eingeführt.

American Airlines will die neue Holzklasse innerhalb des ersten Halbjahres 2016 einführen, hält sich über die genaue Ausgestaltung aber noch bedeckt. In einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen kündigte Unternehmenschef Scott Kirby an, dass das neue Produkt «preislich mit Ultra-Billig-Fliegern mithält» und «weniger Kinkerlitzchen, dafür aber einen echt billigen Preis» habe. Etwa die Hälfte aller AA-Passagiere, die nicht häufig fliegen, seien an Basic-Tickets interessiert.

Neue Holzklasse bei Delta beliebt

United hat noch keinen Zeitplan bekanntgegeben, aber angedeutet, ähnliche Pläne zu verfolgen. «Wir wollen Kunden tief diskutierte Preise anbieten, die wirklich nur noch das Ticket beinhalten», sagt United-Sprecher Jonathan Guerin. «Das erlaubt den preisbewussten Kunden, sich die Services auszusuchen, die ihnen wichtig sind.»

Ohne viel Marketing hat Delta Airlines bereits ab 2012 experimentiert und die Basic Economy inzwischen systemweit innerhalb eines Konzepts mit fünf Klassen eingeführt. Die alte Economy erhielt daraufhin den Namen «Main Cabin». Anthony Black, ein Sprecher von Delta, erklärt: «Das Angebot ist beliebt bei preissensitiven Kunden, denen ihr Sitzplatz nicht wichtig ist. Sie wissen, dass sie einen konkurrenzfähigen Preis, kostenlosen Kaffee und Sodas, Snacks, Filme und Deltas exzellenten operativen Service erhalten.»

 



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