Jets von United, Delta und Southwest: Alle großen Airlines sind betroffen.

Mehrere pro WocheNoch mehr Beinahunfälle in den USA, als bisher bekannt

Alleine im Juli waren es 46. Eine Analyse zeigt, wie oft Verkehrsflugzeuge in den USA nur knapp Katastrophen entgehen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Erst kürzlich machten neu aufgetauchte Aufnahmen deutlich, wie knapp ein Learjet und eine Embraer E190 im Februar in Boston eine Kollision entgingen. Es ist nur einer von etlichen Zwischenfällen aus den USA in diesem Jahr, bei denen eine mögliche Katastrophe in der Zivilluftfahrt ausblieb und die Schlagzeilen schrieben.

Eine Recherche New York Times deckt nun auf, dass es noch eine viele weitere Fälle gab und gibt, die bisher nicht bekannt wurden. Mit Verweis auf vorläufige Berichte der Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA schreibt die Zeitung, dass es in den USA alleine im Juli 46 Beinahunglücke gab, an denen zivile Airlines beteiligt waren.

Mehrmals pro Woche

Seit Jahresbeginn sei es in den Vereinigten Staaten durchschnittlich mehrmals pro Woche zu solchen Zwischenfällen gekommen, die im Englischen Close Calls genannt werden, schreibt das Blatt. Dessen Journalistinnen haben laut eigenen Angaben Tausende Seiten staatlicher Sicherheitsberichte ausgewertet und Interviews mit mehr als 50 aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Cockpitcrews, Flugsicherung und Bundesbehörden geführt.

Zwei aktuelle Beispiele: Am Nachmittag des 2. Juli musste ein Pilot der Southwest Airlines eine Landung am Flughafen New Orleans abbrechen. Denn auf der Landebahn bereitete sich eine Boeing 737 der Delta Air Lines auf den Start vor. Nur wenige Sekunden trennten die Flugzeuge. Einige Wochen später gab es im Cockpit eines Airbus A321 von American Airlines in Dallas eine Kollisionswarnung und die Crews musste den Jet steil hochziehen. Ein Fluglotse hatte einen Flieger von United Airlines gefährlich nahe kommen lassen.

Es fehlt an Lotsinnen und Lotsen

Häufig ereigneten sich die Vorfälle, die in den ganzen USA und bei allen großen Airlines stattfanden, an oder in der Nähe von Flughäfen als Ergebnis menschlichen Versagens. Ein wesentlicher Faktor waren laut den FAA-Berichten Fehler von Fluglotsinnen und -lotsen.

Eines der Probleme ist laut der Analyse, dass trotz wiederholter Empfehlungen von Sicherheitsbehörden die überwiegende Mehrheit der US-Flughäfen keine Warnsysteme hat, um Kollisionen auf Pisten zu verhindern. Die größte Herausforderung ist jedoch der Personalmangel bei der Flugsicherung, der noch gravierender sein soll, als bisher bekannt.

Sicherheitsbesprechungen an 90 Airports

Im Mai verfügten nur drei von landesweit 313 Einrichtungen über genügend Fluglotsen und -lotsinnen, um die von der FAA und der zuständigen Gewerkschaft festgelegten Ziele zu erreichen. «Viele Fluglotsinnen und -lotsen müssen sechs Tage in der Woche arbeiten, und der Zeitplan ist so ermüdend, dass mehrere Bundesbehörden davor gewarnt haben, dass dies die Fähigkeit der Fluglotsen beeinträchtigen kann, ihre Arbeit ordnungsgemäß zu erledigen», schreibt die New York Times. Die FAA erklärte am Tag nach Erscheinen des Artikels, in den nächsten Wochen Sicherheitsbesprechungen an 90 Airports durchzuführen.

Mehr zum Thema

Die Route von Allegiant-Flug G4485: Der Airbus A320 flog erst nach Norden und drehte anschließend Richtung Osten - dann kam es zu der kritischen Situation.

Airbus A320 von Allegiant muss Gulfstream ausweichen

Wirklich knapp: So sah es in Boston aus dem Cockpit der Embraer-Maschine aus.

Foto zeigt Beinahekollision von Embraer E190 und Learjet

Embraer E190 von Jetblue in Boston: Heikler Zwischenfall.

Sieben Mal war es in den USA knapp - alleine seit Anfang des Jahres

ticker-usa

US-Luftwaffe gibt Boeing T-7A Red Hawk für Produktion frei

Video

Westjet Boeing 787
Reisende werfen der kanadischen Fluglinie vor, ihnen Entschädigungen vorzuenthalten. Der Verdacht: Wechselt Westjet im letzten Moment Flugzeuge ein, die sich bereits in der Wartung befinden, um dann den Flug zu annullieren? Eine kanadische Behörde ermittelt.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies