Letzte Aktualisierung: um 20:42 Uhr
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Horror-Landung in der Antarktis

Ein Flugzeug mit fast 130 Passagieren musste in der Antarktis unter beinahe unmöglichen Bedingungen landen. Nun ermitteln die Behörden.

AltAir 78/Wikimedia/CC

Boeing 757 in der Antarktis: Die Sicht war nicht so klar wie hier.

«Es war wohl vergleichbar mit einer Landung im Kugelhagel in einem Kriegsgebiet.» So beschrieb Neuseelands Außenminister Murray McCully das Erlebnis, das er und seine 127 Mitreisenden in einer Boeing 757 der neuseeländischen Luftwaffe hatten, als sie in der Antarktis landeten. Er wisse, wovon er rede. Immerhin habe er ersteres schon erlebt. Die Luftfahrtbehörde des Landes untersucht den Zwischenfall nun – ebenso wie die Royal New Zealand Air Force. Die Behörde schaltete sich ein, weil auch zivile Passagiere involviert waren.

McCully und seine Mitreisenden waren auf dem Weg zu einer Veranstaltung der Antarktis. Eigentlich hatten die Piloten das Wetter wie immer schon vor dem Flug analysiert und den Jet dementsprechend betankt sowie die richtige Flugroute bestimmt. Doch das Wetter in der Region ist alles andere als konstant. Während des Fluges änderte es sich, ein Schneesturm zog auf. Doch umkehren konnte die Boeing nicht mehr, weil nicht mehr genug Kerosin in den Tanks war.

Auf das Schlimmste vorbereitet

Im Flieger bereitete man sich also auf das Schlimmste vor: Eine Landung im Schneesturm auf einer völlig verschneiten Landebahn. Die Piloten kreisten zweieinhalb Stunden über der Region, um Kerosin zu verbrennen, währenddessen begannen die Flugbegleiter, die Passagiere auf den Notfall vorzubereiten. «Besonders schlimm war es für einige Mitreisende, als sie erklärten, was man im Fall ihres Todes mit ihren Körpern machen müsse», berichtet Minister McCully.

Doch die Landung verlief gut. Die Piloten hätten enormes Können bewiesen, berichten die Passagiere. Um herauszufinden, wie der Jet in die brenzlige Situation kam und ob man so eine in Zukunft verhindern kann, befassen sich nun zahlreiche Ermittler mit dem Fall. Man habe sich nichts zu schulden kommen lassen, heißt es von der Royal New Zealand Air Force.

Regeln anpassen?

Man habe noch kurz vor dem «Point of safe return», also dem Moment in dem man sicher habe umkehren können, das Wetter beobachtet. Erst dreißig Minuten später habe es sich rasant geändert. Nun überlegen die Behörden, die Minimum-Standards für Flüge in die Antarktis so zu ändern, dass dieser Punkt erst zu einem späteren Zeitpunkt erreicht ist.



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