Aeroflot-Jets: Es fehlen Teile.

ErsatzteilmangelNeun Aeroflot-Jets sind mit deaktivierten Bremsen unterwegs

Der Ersatzteilmangel setzt Russlands Luftfahrt weiter zu. Jetzt fliegen Jets von Aeroflot mit deaktivierten Bremsen - offenbar, um Teile zu schonen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Für Millionen Dollar haben russische Airlines sich in den vergangenen Monaten Ersatzteile über Umwege besorgt - denn direkt von westlichen Unternehmen können sie diese seit Russlands Angriff auf die Ukraine nicht mehr beziehen, Sanktionen verbieten das. Doch offenbar reichen auch diese Teile nicht aus, um einen sicheren Flugbetrieb zu garantieren.

Ein vom Telegram-Luftfahrtkanal Aviatorshina veröffentlichter Screenshot einer Information an Pilotinnen und Piloten zeigt, dass mehrere Flugzeuge von Aeroflot mit deaktivierten Bremsen unterwegs sind. Das heißt: Sie bremsen bei der Landung mit Schubumkehr. Ein Großteil der Bremsen, die für zusätzliche Sicherheit sorgen sollten, funktionieren nicht. Das kann dann zum Problem werden, wenn es nass ist, hohe Seitenwinde herrschen oder sonstige Unregelmäßigkeiten aufkommen.

Neun Flugzeuge mit deaktivierten Bremsen

Fünf Boeing 777, zwei Airbus A321 sowie je ein A320 und ein A330 sind derzeit mit deaktivierten Bremsen unterwegs, heißt es in dem Schreiben. Die Flugzeuge vom Typ A320/A321 und A330 können gemäß der Mitteilung zehn Tage lang mit nur einer von vier beziehungsweise acht Bremsen geflogen werden, während die Boeing 777 zehn Tage lang mit nur zwei von zwölf Bremsen geflogen werden kann.

Aeroflot warnt die Crews davor, dass dies bei Landungen gefährlich werden kann. Gerade bei bestimmten Wetterbedingungen bestehe die Gefahr, dass das Flugzeug abdrifte oder über die Landebahn hinausschieße. Die genauen Gründe für die Deaktivierung gibt die Airline nicht an. Doch es kann gut sein, dass man so eine Abnutzung verhindern will, um nicht zu früh auf Ersatzteile zurückzugreifen.

Verliert Russland die Hälfte der Flotte?

Es ist nicht das erste Mal, dass der Ersatzteilmangel sich bemerkbar macht. Fluggesellschaften mussten bereits mehrfach Flugzeuge ausschlachten, um an die nötigen Teile zu kommen. Auch wenn es möglich ist, diese über Umwege zu beschaffen - dauerhaft wird das zum Problem, glauben die Experten der Beratungsfirma Oliver Wyman. Wie die Moscow Times berichtet, könnte Russland aus diesem Grund bis 2026 die Hälfte der gesamten Flugzeugflotte verlieren.

Mehr zum Thema

Ein zerlegtes Triebwerk: Russland importiert trotz westlichen Sanktionen Ersatzteile aus den USA und Europa.

Russische Airlines beschaffen sich westliche Ersatzteile für Millionen Dollar

Der Airbus A320 mit Retrobemalung und dem Kennzeichen RA-73753, hier zu sehen im Jahr 2020, damals noch als VP-BNT.

Aeroflot feiert mit Flügen wie zu Sowjetzeiten

Eine Aeroflot-Maschine im Hangar: Die Fluggesellschaft hat 2022 mehr Flüge durchgeführt als im Vorjahr.

Aeroflot hat Ausgaben für Wartung massiv gekürzt

ticker-russland

Nach Drohnenangriff: Russische Flugsicherung begrenzt Verkehr im Süden des Landes

Video

condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack
erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies