Letzte Aktualisierung: um 0:09 Uhr

Trotz Sanktionen

Russische Airlines beschaffen sich westliche Ersatzteile für Millionen Dollar

In Russland boomt das Geschäft mit westlichen Ersatzteilen. Diese werden meist über China und die Vereinigten Arabischen Emirate importiert.

Vor dem Krieg gegen die Ukraine und vor den westlichen Sanktionen hatte Russland strenge Regeln für gebrauchte Flugzeugersatzteile. Es durften nur Ersatzteile verwendet werden, die in Kanada, den USA, der EU oder von den Bermudas zertifiziert wurden. Weil diese nicht mehr verfügbar sind, wurden die Regeln lockerer. Mittlerweile werden auch Komponenten aus vielen weiteren Ländern – wie China, dem Iran oder Indien – akzeptiert.

Und das Geschäft über Drittstaaten boomt. Untersuchungen zeigen, dass russische Firmen allein in diesem Jahr schon Ersatzteile im Wert von 171 Millionen US-Dollar importiert haben, schreibt das Portal Avianews unter Berufung auf vom russischen Portal Verstka ausgewertete Zollstatistiken.

Von Honeywell bis CFM

Allein Aeroflot soll demnach westliche Ersatzteile von Firmen wie Honeywell, Woodward und Safran im Wert von 19 Millionen Dollar importiert haben. Den Quellen nach soll S7 Airlines über eine Tochterfirma ein CFM-Triebwerk im Wert von rund 7,5 Dollar erstanden haben. Rossiya hat sechs Millionen Dollar für Ersatzteile ausgegeben und Pobeda 5,5 Millionen Dollar.

Laut den Recherchen von Verstka werden die sanktionierten Ersatzteile von der Firma Protrade nach Russland gebracht. Die soll laut Angaben des Zolls allein in diesem Jahr Teile im Wert von 61 Millionen US-Dollar importiert haben, unter anderem sechs Flugzeugtriebwerke für amerikanische und europäische Flugzeuge vom Typ Boeing 767, Boeing 737 und Airbus A320.

Sanktionen werden ausgehebelt

Die Importe laufen vor allem über Geschäfte in China und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Damit können weiter beliebige Teile nach Russland importiert werden, was die europäischen und amerikanischen Sanktionen aushebelt.