Letzte Aktualisierung: um 18:36 Uhr

Flugtests ab 2025 geplant

Neue Dornier 328 soll zum Wasserstoffflieger werden

Deutsche Aircraft will das Potenzial ihrer D328 für klimaneutrale Regionalflüge ausloten. Der Flugzeugbauer arbeitet dazu mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Experten zusammen.

Flughafen Stuttgart

D328 am Flughafen Stuttgart: Auf zu neuen Zielen.

Bisher ist vor allem Airbus mit Plänen für wasserstoffbetriebene Flugzeuge in die Offensive gegangen. Jetzt zieht ein kleinerer Flugzeugbauer nach: Deutsche Aircraft will eine D328 für den wasserstoff-elektrischen Passagierflug umrüsten. Dazu hat das Unternehmen am Dienstag (6. Juli) eine Absichtserklärung mit dem deutschen Startp-up H2FLY unterzeichnet, das Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme für Flugzeuge entwickelt.

Ein Demonstrationsflugzeug soll im Jahr 2025 erstmals abheben und am Flughafen Stuttgart erprobt werden. «Die Teams planen, das Demonstrationsflugzeug mit einem Wasserstoffsystem mit einer Leistung von 1,5 Mega-Watt auszustatten, das bisher leistungsstärkste wasserstoffelektrisch angetriebene Flugzeug», so H2FLY. Ziel sind klimaneutrale Regionalflüge mit bis zu 40 Passagieren. Das Start-up ist mit einem viersitzigen, wasserstoff-elektrisch angetriebene Testflugzeug bereits über 70 Mal gestartet.

Chance für Regionalflughäfen

H2FLY-chef Josef Kallo erklärte, man visiere Flugdistanzen von 250 bis 500 Kilometer an, später auch von 700 bis 800 Kilometer. Es gebe aber auch noch große Herausforderungen. Denn selbst wenn Wissen und Technologie schon vorhanden seien, gebe es beispielsweise noch keine Lieferanten, die entsprechende Komponenten in Serie herstellen würden.

Der Luftfahrt-Koordinator der deutschen Bundesregierung, Thomas Jarzombek, sagte, «dass das Thema Wasserstoff und elektrisches Fliegen ein großes Potenzial hat, die Flughäfen in der Region wachzuküssen». Und bis zu den 2030er-Jahren sei CO2-freies Fliegen «nur realisierbar mit Flugzeugen in der Größenordnung wie bei der D328 mit 40 Sitzplätzen».

Politik will Anreize schaffen

Die Politik müsse nun einen Rahmen setzen und Anreize schaffen, so Jarzombek. Kaufprämien wie für elektrische betriebene Autos müsse es auch für E-Flugzeuge gegeben. Weiterhin schlägt er vor, «dass es keine Luftverkehrssteuer für elektrisches Fliegen gibt, vielleicht sogar eine negative Luftverkehrssteuer». Ziel sei, «dass in den 2030er-Jahren der gesamte Kurzstreckenverkehr auf solche elektrischen Flugzeuge umgestellt wird».



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