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Nach BER wird «kein Flughafen mehr gebaut»

Karsten Mühlenfeld ist Chef der Berliner Flughäfen. Er glaubt nicht, dass in Deutschland nach BER Berlin Brandenburg noch einmal ein neuer Flughafen gebaut wird.

BER Flughafen Berlin Brandenburg

Flughafen Berlin Brandenburg: Bereits zu klein.


Neben dem Nachfolger von VW-Chef Martin Winterkorn ist Karsten Mühlenfeld wohl der Mann mit dem herausforderndsten Chefposten Deutschlands. Im März übernahm er das Ruder bei den Berliner Flughäfen von Hartmut Mehdorn. Nur wenige Monate nach seinem Start identifiziert er sich aber schon völlig mit dem neuen Arbeitgeber. Selbst wenn er über den Start der Planung des neuen Hauptstadtflughafens BER redet, sagt er «wir». Und das war im Jahr 1992.

Bei der von der Beratungsagentur Roland Berger und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt organisierten Aviation Convention in Köln erzählt er aber auch, wie frustrierend der Job sein kann. Die Regulierung, ist Mühlenfeld überzeugt, sorge dafür, dass Projekte wie BER in Deutschland nicht mehr möglich seien. «Der Flughafen Berlin Brandenburg wird der letzte komplett neue Flughafen sein, der in Deutschland gebaut wird», sagt der Manager.

Zu viele eingrenzende Dinge

Man müsse auf so viele Faktoren achten: Die erlaubten Betriebszeiten, Anbindung an die Stadt und den Rest des Einzugsgebietes, Lärm-Vorschriften. «Es wird immer schwieriger und ich glaube nicht, dass es noch einmal zu einem neuen Flughafen kommt.» Eher werde man bestehende Flughäfen weiter ausbauen.

Er bleibt dabei: «Wir planen die Eröffnung für die zweite Hälfte 2017.» Doch bis dahin müsse man noch einiges an Erweiterungsarbeit leisten. Bei der Planung habe man schlicht zu wenig Kapazität eingeplant.

BER liegt am falschen Ort

Es sei ein Fehler gewesen, mit nur 10 Prozent mehr Passagieren zu planen. «Unsere Lektion: immer mit doppelt so viel Passagieren planen», so Mühlenfeld. Auch der Ort, an dem man BER geplant habe, sei nicht wirklich optimal. «Die Nähe zu bewohnten Gebieten schafft immer Restriktionen, die im Wettbewerb Nachteile bringen», sagt der Manager. Man hätte den Flughafen wohl weiter draußen bauen sollen. «Aber so ist es nun und wir können es nicht mehr ändern.»

Mit der Eröffnung von BER – sollte sie denn wie geplant stattfinden – wird der Job laut Mühlenfeld nicht wirklich einfacher. Denn es folgen mit der wachsenden Kapazität direkt neue Herausforderungen. «Berlin ist wohl der einzige Ort in Deutschland, der fünf Pisten geschlossen hat», sagt er im Vortrag. Von drei Flughäfen mit sechs Pisten gehe es runter auf einen mit zwei Pisten.



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