Flamingos in Indien: Experten warnen vor einem Problem mit Vogelschlag an Mumbais neuem Airport.

Falsche StandortentscheidungMumbais neuer Flughafen hat ein Flamingo-Problem

Bei Mumbai entsteht ein zweiter großer Flughafen. Experten schlagen Alarm und attestieren ein akutes Vogelschlag-Problem.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Indiens Luftfahrt boomt. Kurz nacheinander gaben Fluggesellschaften des Landes mehrere Großbestellungen bekannt. Air India orderte 470 Jets bei Airbus und Boeing. Die noch junge Akasa Air kaufte 72 Boeing 737 Max und Indigo plant eine weitere große Bestellung.

Das zeigt sich auch im Inlandsverkehr. Laut den von der indischen Luftfahrtbehörde DGCA veröffentlichten Zahlen flogen allein im Januar rund 12,5 Millionen Passagiere innerhalb Indiens. Die Flughäfen des Landes stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Heimatflughafen von Air India, der Chhatrapati Shivaji Maharaj International Airport von Mumbai, hat im vergangenen Jahr über 50 Millionen Passagiere abgefertigt.

Zweiter Flughafen soll Entlastung bringen

Der Airport ist hoffnungslos überfüllt. Deswegen entsteht seit 2018 ein zweiter Flughafen in der Region Mumbai. Der Navi Mumbai International Airport soll Ende 2024 in Betrieb gehen und wird zunächst 20 Millionen Passagiere pro Jahr bewältigen können. Nach seiner Fertigstellung 2032 soll die Kapazität des Flughafens bei 90 Millionen Passagieren pro Jahr liegen.

Luftfahrtexperten weisen nun auf ein Sicherheitsrisiko des mittlerweile rund zwei Milliarden Dollar teuren Projekts hin: Vogelschlag. Denn in der Nähe des Navi Mumbai International Airports liegen gleich zwei große Vogelschutzgebiete. Diese seien Anlauf und Futterstelle mehrerer Arten von Zugvögeln. Zudem lebt in der Nähe eine große Population an Flamingos, berichtet der TZ-Sender Al Jazeera.

Mitten ins Vogelschutzgebiet

SM Satheesan, ein Experte für Vogelschlagprävention, hält den Standort des neuen Flughafens für «sehr gefährlich», insbesondere wenn es zu Zusammenstößen mit den großen Vögeln kommt. «Jetzt werden die Flamingos am Standort Navi Mumbai, wo sich in der Nähe ein Flamingo-Schutzgebiet befindet, Chaos anrichten», so der Experte gegenüber Aal Jazeera.

Ähnlich sieht das auch BN Kumar, Leiter der Umweltvereinigung Nat Connect: «Zugvögel haben eine hohe Standorttreue». Daher müssen die Feuchtgebiete erhalten bleiben, damit die Vögel sich nicht in das Flughafengelände wagen. Für den Bau des Flughafens werden rund 1160 Hektar Mangrovenwälder gerodet und trockengelegt.

Flughafen wiegelt ab

Ein Sprecher des neuen Flughafens von Mumbai wies Bedenken zurück, dass der Standort anfällig für Vogelschläge sein könnte. Das nahegelegene Vogelschutzgebiet Karnala Bird Sanctuary befinde sich nicht in der Einflugschneise. Zudem habe die Flughafengesellschaft alternative Brutplätze für die Vögel in der Umgebung entwickelt. Bleibt nur die Frage, ob die Vögel die künstlich geschaffenen Plätze annehmen werden.

Mehr zum Thema

Indigo-Flugzeug in Kolkata: Die Airline hat Lust auf mehr.

Indigo plant eine Riesenbestellung bei Airbus

Modellvorschlag eines Architekten: Der Navi Mumbai International Airport soll den alten Flughafen entlasten.

Mumbai bekommt einen zweiten Flughafen

Pilotinnen und Piloten von Air India: Künftig fliegen sie auch mit A350 und Boeing 777X.

Air India beglückt Airbus und Boeing mit Megaorders

Boeing 787-9 von Lufthansa: Die Fluglinie steht in der Kritik.

Bericht wirft Lufthansa heikle Tankpraxis und Routenplanung vor

Video

Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier