Nordatlantik-Routen: Viel Einsparpotenzial.

Flüge zwischen Europa und NordamerikaMit dem Ende der Nordatlantik-Autobahn könnten Airlines Millionen sparen

Seit den 1960er-Jahren werden auf Flügen zwischen Europa und Nordamerika feste Korridore festgelegt. Das System wurde jetzt gelockert - und könnte bald ganz verschwinden.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Eine Art mehrspurige Autobahn aus Luft verbindet seit Anfang der 1960er-Jahre Europa mit Nordamerika. Doch anders als bei den Schnellstraßen ändert sich der Standort täglich. Festgelegt wird er North Atlantic Organised Track System (abgekürzt: NAT-OTS) täglich neu.

Die britische Flugsicherung NATS und ihr Pendant Nav Canada legen bis zu zwölf sogenannte Tracks fest, also feste Spuren. Und das für den westwärts und den ostwärts gerichteten Verkehr. Damit nutzen sie den Jetstream des Tages optimal.

Weniger Co2-Ausstoß

Schon bald könnte das System Geschichte sein. Bereits seit dem 1. März haben Fluggesellschaften die Möglichkeit, für Flüge unterhalb der Flugfläche 330, also unterhalb von 10.000 Metern, ihre eigenen Streckenpläne einzureichen. Sie können jetzt jede beliebige Flugbahn wählen. Wie NATS schreibt, kann man sich aber auch vorstellen, das alte System ganz fallen zu lassen. Doch die Entscheidung liege schlussendlich bei den Fluggesellschaften.

Möglich werden die Änderungen durch ein neues satellitenbasiertes Tracking-System. Dieses ermöglicht es den Fluglotsen, alle sieben oder acht Sekunden Aktualisierungen der Flugzeugpositionen zu erhalten, im Gegensatz zu den bisherigen 14 oder mehr Minuten. Dadurch kann der Mindestabstand zwischen den Flugzeugen, der aus Sicherheitsgründen nötig ist, von rund 40 Seemeilen (74 Kilometer) auf 14 (rund 26 Kilometer) gesenkt werden.

Mehrere Tage ohne fixe Routen gab es schon

Das macht nicht nur das OTS-System effizienter, sondern ermöglicht auch eine unabhängige Routenplanung. Der Vorteil: Mit einer flexibleren Planung der Streckenführung außerhalb der Nordatlantik-Autobahn können Fluggesellschaften kürzere Strecken fliegen oder den Jetstream für sie optimal nutzen. Das führt zu hohen Ersparnissen bei den Treibstoffkosten und einer drastischen Verringerung der CO2-Emissionen, heißt es in einer 2021 in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters erschienenen Forschungsarbeit.

Die durch die flexiblere Planung mögliche Verkürzung der Flugstrecken könne laut der Studie bei 0,7 bis 16,4 Prozent liegen. Allein auf der Strecke zwischen New York und London, auf der im Jahr 2019 3,8 Millionen Sitzplätze angeboten wurden, könne man so Millionen Kilogramm an CO2 einsparen.

Mehrere Tage ohne Routen gab es schon

Dass es dabei solche Fortschritte gab, liegt ausgerechnet an der größten Krise der Luftfahrtgeschichte. Denn, so schreibt die NATS: Weil es während der Pandemie teils so wenig Flüge der den Nordatlantik gab, konnte man experimentieren. Am 9. März 2021 gab es zum ersten Mal seit Bestehen des Systems keine westwärts gerichteten Strecken über den Nordatlantik.

Seitdem hat es weitere 20 solche Tage gegeben. Fluggesellschaften und Flugsicherung arbeiten derzeit zusammen, um die Ergebnisse und Vorteile von solchen flexiblen Routen zu analysieren.

Mehr zum Thema

Korea: Die Spannung zwischen Norden und Süden lässt nach.

Chance auf kürzere Flugrouten nach Korea

Boeings Ecodemonstrator: 50 Erfindungen werden an Bord getestet.

Boeing forscht im Fliegen

Flughafen London Heathrow: Zwei Mal in der Top 20 zu finden.

Auf diesen Flugrouten ist am meisten los

Flieger von Korean Air in Seoul: Wie kam die Patrone ins Flugzeug?

Auf diesen Flugrouten war 2023 am meisten los

Video

airbus a340 600 lufthansa abschied duesseldorf
Der erste von vier Airbus A340-600 von Lufthansa hat Düsseldorf wieder verlassen. Der lange Vierstrahler winkte zum Abschied.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A350 von Finnair in Melbourne: Der Weihnachtsmann fliegt selbstverständlich mit der finnischen Nationalairline nach Australien.
15.200 Kilometer, ein Zwischenstopp in Bangkok und ein neuer Kontinent im Streckennetz: Finnair hat ihre erste Australien-Verbindung eröffnet. Weshalb die Wahl auf Melbourne fiel, warum auch Fracht eine wichtige Rolle spielt und weshalb selbst der Iran-Krieg die Airline nicht von ihren Plänen abbrachte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
6767 bitte? Der Wunsch wurde dem Piloten erfüllt.
Ein Privatpilot in den USA wollte beim Funken offenbar ein bisschen Spaß haben. Also fragte er die Flugsicherung nach einem ganz bestimmten Transpondercode: 6767. Der Fluglotse verstand die Anspielung auf das Internet-Meme Six Seven und musste lachen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg