Präsidenten-Dreamliner: Bald wieder ein fester Job?

Militärgeführte Fluggesellschaft Mexikos Präsidenten-Dreamliner soll für neue Nationalairline fliegen

Wird Mexicana wiederbelebt? Der mexikanische Präsident bestätigt Pläne, eine militärgeführte Airline zu gründen. So etwas gab es anderswo schonmal.

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Mexikos linksnationaler Präsident Andrés Manuel López Obrador hat schon für einige Luftfahrtnews gesorgt. So gab er etwa nach der Wahl bekannt, den neuen Flughafen von Mexiko City nicht mehr zu bauen, stattdessen aber eine günstige Alternative auf einem Militärflughafen zu errichten. Seit über zwei Jahren versucht seine Regierung zudem, den Präsidenten-Dreamliner zu verkaufen, den sein Vorgänger erstand - erfolglos.

Jetzt findet das Flugzeug eine neue Aufgabe. Wie der Präsident am Dienstag (4. Oktober) bekannt gab, gründet seine Regierung eine neue Nationalairline. Betreiben wird sie das Militär des Landes, das unter López Obrador immer mehr an Macht gewonnen hat.

Mexikos Präsidentenjet: Bald mit neuer Aufgabe? (Foto: Globaljet)

Der Präsident hat die Streitkräfte bereits mit dem Bau von Zügen und Flughäfen, der Strafverfolgung auf Bundesebene und einer Vielzahl anderer Aufgaben betraut, die von der Überwachung der Impfstoffverteilung bis hin zur Anpflanzung von Bäumen für Forstwirtschaftsprogramme reichen.

Start mit zehn Maschinen

Mit zehn geleasten Flugzeugen - und der Präsidentenmaschine - soll die neue Fluggesellschaft im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen. Man prüfe jetzt die finanziellen Bedingungen. Ein Start 2023 sei «sehr wahrscheinlich», so der Präsident laut der Nachrichtenagentur AP.

Auch eine Idee für einen Namen hat er schon – Mexicana könnte die Fluggesellschaft heißen. Damit könnte die 2010 pleite gegangene teilweise staatliche Fluggesellschaft nach Dutzenden Wiederbelebungsgerüchten tatsächlich wieder abheben.

Airbus A318 in Mexicana-Farben: Die Fluglinie stellte 2010 den Betrieb ein. (Foto: Airbus)

Die 1921 gegründete Mexicana, war nicht nur eine traditionsreiche, sondern auch eine einigermaßen große Fluggesellschaft. Zum Zeitpunkt des Betriebsstopps 2010 bestand die Flotte aus rund 65 Flugzeugen: Airbus A318, A319 und A320 für die Kurz- und Mittelstrecke sowie Airbus A330 und Boeing 767 für die Langstrecke.

In Bolivien scheiterte die Militärairline

Es ist nicht das erste Mal, dass das Militär eines Landes eine Nationalairline führen soll. In Bolivien flog lange TAM Transporte Aéreo Militar auf unterversorgten ländlichen Strecken. Irgendwann trat die staatliche Fluggesellschaft, die mit einer museumsreifen Flotte unterwegs war, auch in Konkurrenz mit privaten Anbietern auf viel beflogenen Strecken.

Boeing 727 von TAM: Die Flotte war museumsreif. (Foto: TAM)

Inzwischen gibt es die Airline nicht mehr. 2018 stellte sie den Betrieb ein. Anfang 2019 erhielt die Fluggesellschaft die Genehmigung, den Flugbetrieb wieder aufzunehmen, scheiterte jedoch daran, eine Betriebsgenehmigung von der Luftfahrtbehörde zu erhalten, was dazu führte, dass sie den Betrieb am 23. September 2019 wieder einstellte.

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