A318 im Jahr 2004 vor der Auslieferung an Mexicana: Die Flotte stand größtenteils aus Airbus-Fliegern.

Mexicana de AviacionPräsident haucht Zombie-Airline etwas Leben ein

Vor zehn Jahren ging Mexicana de Aviación pleite. Nun macht Mexikos Präsident den ehemaligen Mitarbeitern der Fluggesellschaft neue Hoffnung.

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Air Berlin ging im Sommer 2017 pleite, Germania Anfang 2019. Zwar gibt es immer noch ehemalige Airline-Mitarbeiter und Luftfahrtfans, die den beiden deutschen Fluglinien nachtrauern. Doch eine Rückkehr oder Neuauflage ist kein Thema mehr.

Anders ist es bei der mexikanischen Fluggesellschaft Mexicana de Aviación - und das, obwohl sie schon im Sommer 2010 den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet hat. Nach der Pleite vor zehn Jahren gab es immer wieder Pläne, die damals älteste lateinamerikanische Fluggesellschaft wieder in die Luft zu bringen. So wollte im Jahr 2011 etwa eine mysteriöse Investorengruppe namens Union Swiss 250 Millionen Dollar investieren und Mexicana übernehmen.

Haftbefehl gegen Ex-Eigentümer

Doch das gelang genau so wenig wie alle anderen Versuche, die Airline wieder zu beleben. Dennoch macht nun Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador den ehemaligen Mexicana-Mitarbeitern wieder Hoffnung. Er deutete vor Journalisten die Möglichkeit an, dass eine neue Airline mit den ehemaligen Angestellten entstehen könnte.

Man helfe dabei, dass es Optionen für die Ex-Mitarbeiter gebe, etwa die Planung einer Fluggesellschaft, so der Präsident. Mögliche Konzessionen könne man erteilen. Weiter ins Detail ging der Politiker nicht. Derweil bestätigte Obrador, dass es immer noch einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Mexicana-Eigentümer Gáston Azcárraga wegen des Vorwurfes der Geldwäsche gibt. Er hatte die ehemals staatliche Fluglinie 2005 gekauft.

Einst rund 65 Flugzeuge

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer bereits seit 2014 vor, illegal Gelder von Mexicana abgezogen und anderweitig genutzt haben, etwa aus der Pensionskasse. So habe Azcárraga die Fluglinie in den Ruin getrieben und Anleger getäuscht, lautet der Vorwurf.

Die 1921 gegründete Mexicana, war nicht nur eine traditionsreiche, sondern auch eine große Fluggesellschaft. Zum Zeitpunkt des Betriebsstopps 2010 bestand die Flotte aus rund 65 Flugzeugen: Airbus A318, A319 und A320 für die Kurz- und Mittelstrecke sowie Airbus A330 und Boeing 767 für die Langstrecke.

Wartung überlebte

Die Pleite der Fluggesellschaft überlebte die Wartungstochter Mexicana MRO Services, die sich heute um Flugzeuge anderer Fluggesellschaften wie Volaris oder Viva Aerobús kümmert. Im Januar 2020 hat der salvadorianische Unternehmer Roberto Kriete, der auch Minderheitsaktionär bei Avianca ist, ein Übernahmeangebot für den Betrieb abgegeben.

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