B777 von Kenya Airways: Bald ein neuer Chef?

Machtkampf bei Kenya Airways

Bisher traf KLM die Management-Entscheidungen bei der kenianischen Fluglinie. Doch die Regierung in Nairobi will nun auch mitreden.

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Bislang war die Sache klar. Im elfköpfigen Aufsichtsrat von Kenya Airways sassen je zwei Vertreter der KLM und der kenianischen Regierung. Das Gleichgewicht war damit gewahrt. Das Sagen im operativen Geschäft hatten bisher aber die Niederländer. So waren es sie, welche Personalentscheidungen trafen. KLM hielt denn auch mit 26 Prozent den größten Anteil an der Fluggesellschaft. Doch das änderte sich im Juni. Der kenianische Staat erhöhte ihren Anteil von 23 auf rund 30 Prozent. Er ist damit neuerdings der größte Anteilseigner der Fluggesellschaft. Das möchte die Regierung jetzt auch nutzen, um mehr Einfluss zu bekommen, berichtet die Tageszeitung The Nation.

Wie eine Quelle der Zeitung berichtet, habe die Regierung nicht vor, das Management der Fluggesellschaft komplett zu übernehmen. Doch man will durchaus mehr zu sagen haben, wenn es um personelle Entscheidungen geht. Immerhin sei das bei börsennotierten Unternehmen ein normales Recht des größten Anteilseigners. «Der Aufsichtsrat wird das Rekrutieren übernehmen. Aber ohne den Segen des wichtigsten Eigners sollte das nicht passieren», so die Quelle. Die Regierung soll schon vergangenen Monat KLM informiert haben, dass sie die Kontrolle über Management an sich nehmen wolle. Von KLM gab es bisher keine Stellungnahme.

Neuer Vosrtandschef

Offenbar gibt es für den plötzlichen Druck auch einen guten Grund. Laut Medienberichten will die Fluggesellschaft ihren Geschäftsführer wechseln. Seit 2003 lenkt Titus Naikuni die Geschicke von Kenya Airways. Doch das soll sich schon bald ändern. Kenya Airways muss sparen. Lange Zeit war der Plan eines Personalabbaus blockiert und erst Anfang September genehmigte ihn ein Gericht. Die Airline will 600 Stellen abbauen und so 10 bis 15 Prozent ihrer Personalkosten einsparen. In den letzten sechs Jahren hatten sich die Lohnzahlungen mehr als verdoppelt.

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