Airbus A319 von Lufthansa bei der Enteisung: Künftig auf neuem AOC?

Verhandlungen gescheitertLufthansa macht Ernst mit eigener Airline für Inland- und Europaflüge

Die deutsche Fluglinie kann die Personalkosten bei Pilotinnen und Piloten nicht wie gewünscht drücken. Darum macht Lufthansa vorwärts bei der Abspaltung des Kurz- vom Langstreckenbetrieb.

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Die Chancen auf eine Einigung standen schon Ende vergangener Woche schlecht. 25 Prozent weniger zu verdienen, das war keine echte Option für Lufthansas Pilotinnen und Piloten. So scheiterten die Verhandlungen ihrer Gewerkschaft Vereinigung Cockpit mit dem Management der Airline. Des macht sich dieses an die Umsetzung des Plans für einen neuen Ableger für den Europaverkehr.

Die Vereinigung Cockpit erklärte am Dienstag (1. März) ihr Unverständnis für die «Lufthansa-Ankündigung, eine neue Kontinental-Plattform gründen zu wollen». Chef Stefan Herth sagt: «Die Strategie, immer neue Plattformen zu gründen und auch wieder zu schließen, hat schon in der Vergangenheit für Lufthansa nicht den gewünschten Erfolg gebracht und ist kurzsichtig und unkreativ.»

«Zubringerverkehre für Frankfurt und München»

Lufthansa selber spricht in einem internen Rundschreiben, aus dem das Portal Aero zitiert, von einer «Tochtergesellschaft mit eigenem deutschen AOC». Die Abkürzung steht für Luftverkehrsbetreiberzeugnis (im Englischen Air Operator Certificate). Die neue Fluglinie soll «analog Lufthansa Cityline innerdeutsche und europäische Zubringerverkehre für die Drehkreuze Frankfurt und München erbringen».

Für den neuen Ableger eingeplant sind unter anderem Pilotinnen und Piloten von Germanwings, die laut dem Schreiben ähnliche Konditionen erwarten können wie bisher. Damit würde Lufthansa die Kosten im Cockpit im Vergleich zur jetzigen Kernmarke drücken. Die Vereinigung Cockpit schreibt, sie sei bereit mitzugestalten und lege «großen Wert auf sichere Perspektiven sowie faire Arbeits- und Vergütungsbedingungen».

«Eine Aufspaltung in Lang- und Kurzstrecke»

Auch die Kabinenvertretung Ufo meldet sich zu Wort. Man sehe «eine massive Bedrohung von Kabinenarbeitsplätzen durch die Meldung von Lufthansa, neben der Klassik-Linie eine weitere neue Airline-Plattform für den Kontinentalverkehr gründen zu wollen», schreibt die Gewerkschaft der Flugbegleitenden. «Eine Aufspaltung der Lufthansa Passage in Lang- und Kurzstrecke wird dort erneut zu Personalüberhängen und letztlich damit auch zur Vernichtung von tarifierten Arbeitsplätzen führen», sagt Ufo-Chef Daniel Kassa Mbuambi.

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