Airbus A330 von Lufthansa.

Bedarf an FrachternLufthansa Technik baut A330 zu Hilfsfrachtern um

Immer mehr Airlines nutzen Passagierflieger als Frachter. Lufthansa ließ jetzt vier Airbus A330 dauerhaft für den Gütertransport umrüsten.

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Auf den 236 Sesseln eines Airbus A330 führte Lufthansa in den vergangenen Wochen schon mal Pappkartons mit. Die temporär zum Frachter umgestaltete Maschine flog medizinische Güter von Shanghai nach Frankfurt. Es war nicht der einzige Flug auf dem Schachteln wie sonst Reisende mitflogen.

Wegen der Corona-Krise sind die Frachtkapazitäten im Bauch der Passagierflieger weggefallen. Deshalb führen viele Fluggesellschaften, reine Frachtflüge derzeit auch mit Passagierjets durch. Doch die behelfsmäßige Lösung taugt nicht für längere Perioden.

Strukturelle Unterschiede zu Frachtern

Lufthansa Technik rüstete deshalb vier Airbus A330 von Lufthansa dauerhaft für den Frachteinsatz um. Wie sie am Mittwoch (22. April) in einer Mitteilung erklärt, passte sie die Flugzeuge innerhalb von 36 Stunden an den neuen Einsatzzweck an. Beim deutschen Luftfahrtbundesamt LBA erwirkte das Wartungsunternehmen bereits eine Ausnahmegenehmigung für den Transport medizinischer Güter.

Zum vollwertigen Frachtflugzeug wurden die A330 allerdings nicht. «Die strukturelle Belastungsfähigkeit eines Passagierflugzeugs ist geringer als bei einer Frachtmaschine», schreibt Lufthansa Technik. Böden von Passagierkabinen können demnach weniger belastet werden, als die von Frachtern.

Deutlich mehr Platz

Zudem fehlen große Ladeluken sowie ein Rollensystem am Boden, das das einfache Verstauen von Frachtcontainern erlaubt. Dennoch lohnt sich die Modifikation. Ohne die Sitze für die Passagiere können in den Kabinen deutlich mehr Güter verladen werden, als es noch beim Shanghai-Flug vom März - 37 Tonnen Fracht können die A330 nachdem Umbau insgesamt laden, sagt eine Sprecherin von Lufthansa Technik gegenüber aeroTELEGRAPH.

Doch mit dem Wegräumen der Sessel ist es nicht getan. «Während beim Passagiertransport Rettungswege freizuhalten sind und  die Sauerstoffversorgung für jeden einzelnen sichergestellt sein muss, müssen an Bord eines Frachters besondere Feuerschutzmaßnahmen ergriffen werden», heißt es von Lufthansa Technik. Für die Sondererlaubnis des Luftfahrtbundesamtes war eine «umfangreiche technische Dokumentation» unabdingbar.

Umbau weiterer Flugzeuge geplant

Abseits von Transport medizinischer Güter verspürt Lufthansa aktuell auch einen Anstieg der Nachfrage für ganz gewöhnliche Frachtgüter. Aus diesem Grund bereitet das Wartungsunternehmen aktuell auch Musterzulassungen für eine Vielzahl gängiger Flugzeugmodelle vor.

Den Umbau von Passagierfliegern zu Hilfsfrachtern binnen weniger Tage will das Unternehmen auch anderen Fluglinien anbieten. In der Corona-Krise würde dies Lufthansa Technik helfen. Der Konzern musste 900 Zeitarbeiter entlassen und 12.000 Beschäftigte in Kurzarbeit schicken.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen der Airbus A330, die für Frachteinsätze benutzt werden.

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