Eine Let L-410: Ein Flieger dieses Typs verunfallte im April.

Unfall in RusslandLet L-410 ist noch nicht in der Luft, da fährt das Fahrwerk ein

In Russland ist es zu einem ungewöhnlichen Unfall gekommen. Während eines Trainingsfluges fuhr der Fluglehrer das Fahrwerk einer Let L-410 viel zu früh ein.

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Luftfahrt

Kurz nachdem ein Flugzeug von der Startbahn abhebt, überprüft das Cockpitpersonal die Steigrate. Wenn diese in Ordnung ist, wird der Befehl «Gear up» gegeben und der Hebel, der das Fahrwerk einfahren lässt, wird betätigt. Das Fahrwerk klappt ein.

Möglich ist das bei modernen Verkehrsflugzeugen erst in der Luft. Denn ihre Fahrwerke sind so konzipiert, dass man sie unter Last nicht einziehen kann - dafür sorgen spezielle Sensoren. Ausnahmen gibt es, je nach Modell, nur, wenn sich Piloten bewusst über manuelle Sperren hinwegsetzen.

17 Jahre Erfahrung

Zu einem Fall, der Fragen aufwirft, kam es mit einer Let L-410 in Russland. Am Flughafen Magan in der russischen Republik Sakha kam es am 17. April zu einem ungewöhnlichen und schweren Unfall mit einem der zweimotorigen Kurzstrecken-Transportflugzeuge, die seit 1969 im heutigen Tschechien produziert werden.

Die L-410 mit dem Kennzeichen RA-67694 absolvierte an diesem Tag Übungsflüge. An Bord waren drei trainierende Piloten sowie der ausbildende Pilot. Der Ausbilder verfügte über 17 Jahre Flugerfahrung. Laut dem Telegram-Kanal Aviatorshina hatte die Crew schon sechs Anflüge und vier Landungen absolviert, als der Ausbilder die Rolle des Pilot not Flying, also des nicht fliegenden Piloten, übernahm. Einer der trainierenden Piloten übernahm die Rolle des fliegenden Piloten (Pilot Flying).

Fahrwerk auf der Piste eingefahren

Das 28-jährige Flugzeug rollte zur Piste, um den fünften Start des Tages zu absolvieren. Die Maschine beschleunigte auf 140 Kilometer pro Stunde, als der Ausbilder plötzlich das Fahrwerk einfuhr. Das Problem: Die L-410 war noch nicht wirklich in der Luft.

Als er seinen Fehler bemerkte, da die Nase des Fliegers sich senkte, ließ er den Fahrwerkshebel wieder los. Das vordere und auch das linke Fahrwerk waren aber bereits eingefahren und fuhren nicht mehr aus. Das rechte Fahrwerk war draußen. Dies liegt an den Konstruktionsmerkmalen der L-410, bei der zuerst das vordere und dann das linke Rad eingefahren wird, bevor zuletzt das rechte Rad hochklappt.

Keine Verletzten

Die Piloten konnten die Let L-410 auf der Piste halten. Dadurch, dass nur das rechte Fahrwerk ausgefahren war, drehte sich das Flugzeug um 135 Grad. Verletzt wurde niemand, berichtet auch der russische Telegram-Kanal 112. Eine Analyse ergab, dass der Fluglehrer das Fahrwerk bei früheren Flügen in der vorgeschriebenen Mindesthöhe eingefahren hatte.

Das Video zeigt die Maschine nach dem Unfall:

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