Airbus A380: Großes Flugzeug, große Teile.

Projekt Prometheus A380Künstliche Intelligenz soll Airbus bei A380-Teilen helfen

Airbus hat ein internes Projekt, um das die Ersatzteilversorgung für den A380 zu optimieren. Es heißt Prometheus A380 und bedient sich Künstlicher Intelligenz.

Top-Jobs

Smartline

Commander / First Officer Cessna Latitude C680A (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna C560XLS (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Smartline

Commander / First Officer Cessna 525 (m/f/d)

Smartline Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Airport St. Gallen Altenrhein
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Interpersonal

Trainer (SFI/TRI/TRE, all genders)

Interpersonal trainerpool
Vollzeit
Hamburg
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

Nur zwei Mal hat Airbus das Projekt bisher öffentlich erwähnt. Und das nicht in einer Pressemitteilung, in einem Social-Media-Post oder in einer Übersicht auf der Webseite. Es ist versteckt im 413 Seiten langen Geschäftsbericht 2022 und im 217 Seiten langen Bericht des Verwaltungsrats 2022. Ein Satz, zu finden im Abschnitt Künstliche Intelligenz (KI).

Dort ist die Rede von «einem der KI-Projekte namens 'Prometheus A380', das auf die Optimierung des Ersatzteilmanagements für den A380 abzielt». Es ist ein Beispiel, das Airbus gibt, ohne tiefer in die Details zu gehen. Doch was verbirgt sich dahinter?

«Effektive Ersatzteilstrategie für den Airbus A380»

«Prometheus ist ein internes Projekt, bei dem fortschrittliche Analytik eingesetzt wird, um eine effektive Ersatzteilstrategie für den Airbus A380 zu bestimmen und zu empfehlen», erklärt der europäische Flugzeugbauer auf Anfrage von aeroTELEGRAPH.

«Es hat Airbus bereits ermöglicht, in einem kurzen Zeitraum den gesamten Umfang der Flugzeug-Strukturmaterialien zu bewerten, die in A380-Flugzeugen aller Konfigurationen installiert sind.» So habe man ermittelt, welches die kritischsten Teile sind und «wo Airbus Wartungslösungen für unsere Kunden für die nächsten Jahrzehnte sicherstellen muss».

Prometheus kalkuliert sogar Rohstoffrisiken ein

Konkret handelt es sich bei diesen Strukturmaterialien laut Airbus um rund 750.000 ausbaubare Teile, die strukturell zum Flugzeug gehören. Welches davon die kritischsten Teile für die Wartung sind, richtet sich nach Faktoren wie Kosten der Teile, Vorlaufzeit und Komplexität des Ersatzes bis hin zum Risiko eines Rohstoffmangels bei der Produktion. All das bezieht die Künstliche Intelligenz ein in ihre Kalkulationen und Empfehlungen.

Prometheus A380 ist Teil von Airbus' Datenplattform Skywise, die der Konzern einst zusammen mit dem US-Konzern Palantir entwickelt hat. In sie laufen täglich Daten von mehr als 10.000 Jets weltweit ein. Aus diesen Daten lernen Airbus und die Airlines, die sich für Skywise entscheiden. Prometheus gehört zur höchsten Entwicklungsstufe namens Skywise Core X³ inklusive maschinellem Lernen, ergänzt um Künstliche Intelligenz.

«Bei kleineren Flotten sind Vorhersagen viel schwieriger»

«Prometheus wurde entwickelt, um den weltweiten Teilebestand des A380-Programms zu managen», erklärt David Marty, der bei Airbus für den Vertrieb digitaler Lösungen zuständig ist. «Wir unterstützen die Flotte weltweit und müssen die Teile effizient verteilen.»

Zwar könnte Prometheus auch für andere Flugzeugmodelle eingesetzt werden, doch für den Superjumbo ist die Software besonders wichtig, da die weltweite A380-Flotte nicht ansatzweise so groß ist wie etwa die des A320. «Bei kleinere Flotten sind Vorhersagen viel schwieriger», erklärt Marty. Denn: Weniger Daten, weniger genaue Vorhersagen.

Das richtige Teil zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Mit Skywise und Prometheus kann Airbus präziser voraussagen, welches Ersatzteil wann ersetzt werden muss. Der Konzern kann so genauer bestimmen, wo und wann ein Teil am besten eingelagert wird, damit es auch zum Einsatz kommt, und nicht jahrelang Lagerplatz an einem Ende der Welt beansprucht, schließlich aber am anderen Ende benötigt wird.

Auch aufgrund der Abmessungen des A380 ist Prometheus gerade beim Superjumbo wichtig. «Eine Flap für einen A380 einzulagern, ist schwieriger als für einen A320», sagt Marty als Beispiel. Denn A380-Teile sind tendenziell größer, brauchen mehr Lagerraum und verursachen dadurch höhere Kosten. Wenn sie an einem Ort gelagert werden, wo sie lange nicht gebraucht werden, ist das besonders ärgerlich. Prometheus soll das verhindern.

Prometheus denkt voraus

Auch wenn Airbus selber auf den Projektnamen nicht näher eingeht: Prometheus ist eine Gestalt der griechischen Mythologie - und der Name bedeutet «der Vorausdenkende».

Mehr zum Thema

Emirates ist die größte Airbus-A380-Betreiberin - und auch die größte Kundin ...

Wie Emirates ihre Airbus A380 bis 2040 fit halten will

ANA All Nippon Airways betreibt nur drei Airbus A380 - doch hat einst 20 Boeing 777X geordert. Zwei der bestellten Passagierjets wandelte die japanische Fluggesellschaft später um in Frachter vom Typ 777-8 F.

ANA schickt dritte A380-Meeresschildkröte in den Einsatz

Die D-AIMC beim Abflug von ihrem Langzeitparkplatz Tarbes im Oktober 2023.

Lufthansa holt Airbus A380 Nummer fünf zurück - aus Tarbes

Airbus A380 von Emirates: In China mussten jetzt 373 Reisende eine ganze Nacht im Superjumbo aushalten.

Emirates-Passagiere müssen eine Nacht im Airbus A380 ausharren

Video

Flughafen Pereria: Massive Schäden am Terminal.
Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat im Westen Kolumbiens schwere Zerstörungen angerichtet und mindestens 110 Menschen das Leben gekostet. Auch der Luftverkehr ist betroffen: Sieben Flughäfen mussten ihren Betrieb einstellen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
skytraders airbus a319 antarktis 01
Ein Airbus A319 hat einen Notfallpatienten von einer Station in der Antarktis abgeholt. Die Kopilotin sagt, man sei den Grenzen der Leistungsfähigkeit des Flugzeuges nahe gekommen.
Timo Nowack
Timo Nowack
boeing 777 300 er jetairwass vt jeq
Mehr als sieben Jahre stand eine Boeing 777-300 ER der einstigen indischen Fluglinie am Flughafen Mumbai. Jetzt hat der Langstreckenjet von Jet Airways Indien verlassen - immer noch in der alten Lackierung.
Timo Nowack
Timo Nowack