A350 von Kingfisher: Wird wohl nie ausgeliefert

Airbus-Order an seidenem Faden

Kingfisher Airlines steht kurz vor der Pleite. Die Insolvenz würde auch dem europäischen Flugzeugproduzenten Kopfschmerzen bereiten.

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Noch im vergangenen Jahr sah alles ganz anders aus. Kingfisher Airlines war die zweitgrößte Fluggesellschaft Indiens, Sie war bei den Passagieren dank eines tadellosen Service beliebt und stand kurz vor dem Beitritt zur Oneworld-Allianz. Das Unternehmen wollte wachsen und bestellte reichlich Flieger. Doch dann kam der Absturz. Inzwischen ist die Flotte von einst über 60 Fliegern auf rund zehn gesunken. Wie lange Kingfisher noch besteht, ist unklar. Aus dem Unternehmen selbst gibt es allerdings noch kein Zeichen dafür, dass man das Handtuch wirft. Momentan bleiben selbst die paar restlichen Jets am Boden, weil es keine Angestellten gibt, die unbezahlt arbeiten wollen. Und das müssen sie schon seit mehr als einem halben Jahr.

Dass es so schnell so weit kommt, hat wohl kaum jemand geahnt - auch nicht Airbus. Beim europäischen Flugzeugbauer hat Kingfisher Airlines noch eine ganze Menge Bestellungen ausstehen. Wie das französische Magazin Les Echos berichtet, geht es um insgesamt 92 Jets, deren Auslieferung nun auf dem Spiel steht. Selbst wenn Kingfisher weiter besteht, hätte die indische Fluggesellschaft gemäß der Luftfahrtbehörde des Landes nicht mehr die Ressourcen, um ihre alte Flottengröße in Betrieb zu nehmen.

Hohe Geldsumme

Airbus dürfte dadurch einiges an Geld durch die Lappen gehen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben die ausstehenden Bestellungen einen Wert von 12 Milliarden Dollar. Unter anderem hatte die Fluglinie auch Expemplare des neuen Langstreckenfliegers A350 sowie des Superjumbos A380 bestellt. Eigentlich dürften nur noch eingefleischte Optimisten wirklich glauben, dass Kingfisher sich soweit aufrappelt, dass man wieder an eine Erweiterung der Flotte denken kann. Das Grounding infolge eines Mitarbeiterstreiks, welches ursprünglich nur bis zum vergangenen Freitag gehen sollte, wird immer weiter in die Länge gezogen.

Und auch wenn sich Kingfisher mit den Mitarbeitern einigt, dürfen die Jets nicht unbedingt fliegen. Noch bis einschließlich morgen Freitag (19. Oktober) hat die Regierung Kingfisher-Eigner Vijay Mallya angewiesen, ihr einen Grund zu liefern, warum man der Airline nicht einfach die Lizenz entziehen sollte. Doch dieser hat momentan ganz andere Probleme. Wegen nicht gedeckter Schecks hat ein Gericht einen Haftbefehl gegen den Airline-Eigner ausgesprochen. Und auch der Staat scheint sich auf ein Aus von Kingfisher vorzubereiten. Wie die Zeitung Livemint berichtet, lässt sich das Luftfahrtministerium bereits rechtlich beraten, was im Fall eines Aus von Kingfisher zu tun ist.

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