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Airbus A330 statt Dreamliner

Keine Boeing 787 mehr für Air Italy

Die italienische Airline baut mit Airbus A330 von Qatar Airways aus, nicht wie geplant mit Boeing 787. Sogar ein kompletter Wechsel zum europäischen Hersteller ist möglich.

Air Italy

Airbus A330 von Air Italy: Erhält den Vorzug gegenüber Boeings Dreamliner.

Air Italy betreibt eine gemischte Flotte. Auf der Kurz- und Mittelstrecke setzt die Fluglinie auf Boeing 737 NG und 737 Max. Auf der Langstrecke fliegt sie mit fünf Airbus A330-200. Allerdings plante die italienische Fluggesellschaft, Boeing 787-8 Dreamliner für lange Flüge einzuflotten. Das hätte der Airline die Möglichkeit gegeben, sich früher oder später von den A330 zu verabschieden und einen reinen Boeing-Flugzeugpark zu betreiben.

Doch nun kommt es anders. Wie Air Italys Operativchef Rossen Dimitrov im Gespräch mit dem Blog Aviation Analyst sagte, will die Fluglinie auf die Dreamliner verzichten. «Weil es Verspätungen bei den Auslieferungen von Boeing 787 gibt, haben wir beschlossen, die Flotte stattdessen mit Airbus A330 auszubauen», so der Manager.

Weitere A330 von Qatar Airways

Eigentlich wollte Air Italy die Boeing 787-8 von Qatar Airways leasen. Die Golfairline hält 49 Prozent der Anteile der ehemaligen Meridiana. Allerdings kann sie die Flieger erst abgeben, wenn sie ihre neuen 787-9 von Boeing erhalten hat – und diese haben Verspätung. So setzt Air Italy auf der Langstrecke nun ganz auf Jets von Airbus. «Wir werden dieses Jahr weitere A330 hinzufügen und nächstes Jahr auch», so Dimitrov. Auch diese Flugzeuge werde man von Qatar Airways mieten, um ein einheitliches Produkt anzubieten.

Passend dazu berichtet die Zeitung Gulf Times am Montag (13. Mai), Qatar Airways werde in den nächsten drei Jahren alle ihre A330 durch A350 und Boeing 787 ersetzen. Die A340 seien bereits gegen A350 ausgetauscht worden, so Airline-Chef Akbar Al Baker im Gespräch mit dem Blatt. «Ab 2024 wird unsere Flotte aus Boeing 777 und 787 sowie Airbus A350 und A321 bestehen», so der Manager. A320 und A319 sollen die Flotte dann ebenfalls verlassen haben.

Airbus A220 macht Eindruck

Für Air Italy bedeutet das auch, ältere Flugzeuge zu bekommen, als ursprünglich geplant. Die A330-200 von Qatar Airways sind im Schnitt fast elf Jahre alt. Die Boeing 787-8 bringen es gerade einmal auf knapp fünf Jahre. Dimitrov sagte derweil mit Blick auf den eigenen Flugzeugpark für die Langstrecke. «Wir sind zu klein, um eine gemischte Flotte zu haben. Wir haben erkannt, dass das zu kostspielig wäre.»

Doch mit der Entscheidung zugunsten des Airbus A330 scheint nun auch bei den Kurz- und Mittelstreckenfliegern wieder alles offen zu sein, was die Hersteller angeht. «Unser Plan war es, reiner Boeing-Betreiber zu werden, mit 737 Max und 787», so Dimitrov. Doch nun muss die 737 Max weltweit am Boden bleiben. «Mit den Groundings und den Verspätungen bei den Auslieferungen, könnten wir da Airbus auf der Kurzstrecke sehen? Sag niemals nie.» So gefalle ihm etwa der A220. «Ich habe mit meinen Kollegen von Swiss gesprochen und sie sind sehr glücklich mit dem Jet», sagte der Operativchef.

Icelandair erwägt Wechsel zu Airbus

Dem US-Flugzeugbauer machen nicht alleine Grounding und Verspätungen zu schaffen, sondern auch, dass noch keine Entscheidung über den Bau einer möglichen Boeing 797 gefallen ist. Airbus bietet derweil den A321 schon in der reichweitenstarken Variante LR an und bald womöglich auch als XLR. So skizzierte vergangene Woche mit Icelandair ein reiner Boeing-Betreiber die Möglichkeit, komplett auf Flugzeuge von Airbus umzusteigen.



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