Jet von Condor am Flughafen Hamburg: Die Airline baut ab.

AbbauJetzt auch Condor - dritter Nackenschlag für Flughafen Hamburg

Vergangene Woche kündigten Ryanair und Eurowings an, das Angebot in Hamburg zu reduzieren. Nun folgt Condor. Der Flughafen wehrt sich gegen die Kritik der Airlines.

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Zuerst sah es aus, als würde der Flughafen Hamburg am glimpflichsten davonkommen: Während Ryanair vergangene Woche für den Sommer 2025 einen Komplettabzug für die Airports Dortmund, Dresden und Leipzig ankündigte, planen die Iren für Hamburg nur eine Kürzung. Zwar um 60 Prozent des Angebotes, aber immerhin keinen kompletten Rückzug.

Allerdings legte Eurowings in Hamburg nach. Die Lufthansa-Tochter kündigte an, im Sommerflugplan über 1000 Flüge von und nach Hamburg aus dem Programm zu nehmen und an andere Standorte zu verlagern. Unter anderem streiche man «die gerade von Geschäftsreisenden nachgefragte Verbindung von Hamburg nach Köln/Bonn», so die Fluglinie. «Die Pläne des Flughafens für eine völlig unverhältnismäßige Erhöhung der Entgelte lassen uns keine Wahl», sagte Eurowings-Chef Jens Bischof.

Condor kürzt Frequenzen und streicht Ziele

Am Montag (14. Oktober) kommt nun der nächste Nackenschlag für den norddeutschen Flughafen - dieses Mal von Condor. «Wegen signifikant gestiegener Standortkosten in Hamburg, passt auch Condor ihr Angebot für Sommer 2025 an», teilt der Ferienflieger mit. Man reduziere das Flugprogramm ab Hamburg um 13 Prozent und sage zudem geplantes Wachstum mit zusätzlichen Frequenzen und neuen Zielen ab.

Verbindungen nach Samos in Griechenland und Málaga in Spanien streicht Condor dabei komplett aus dem Flugplan. Flüge nach Kos in Griechenland werden deutlich reduziert.

Flughafen wehrt sich gegen Kritik der Airlines

«Wir streichen nicht nur Kapazität in Hamburg, sondern auch unser geplantes Wachstum im Sommer 2025», sagt Airline-Chef Peter Gerber. Dies sie «eine logische Konsequenz aus der drohenden völlig unverhältnismäßigen Erhöhung der Entgelte in Hamburg.» Durch die gestiegenen Kosten sehe man sich gezwungen, Flüge an andere Standorte zu verlegen und beim verbliebenen Angebot die Preise zu erhöhen.

Schon nach den Ankündigungen von Ryanair und Eurowings hatte sich Hamburgs Flughafenchef Christian Kunsch gegen die Kritik zu hoher Entgelte gewehrt. Diese würden nur 4 bis 6 Prozent der Gesamtkosten der Airlines ausmachen, argumentiert Kunsch laut der Nachrichtenagentur DPA. Im Vergleich dazu hätten sich die Kosten für Flugsicherung, Luftsicherheit und Luftverkehrssteuer nahezu verdoppelt, was insgesamt etwa ein Viertel der Gesamtkosten ausmache. Die Entgelterhöhung soll demnach 2,30 Euro pro Fluggast ausmachen und gestiegene Kosten für Energie und Gehälter decken.

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