Neue Uniformen von Jetblue: Auf der Tragfläche ist viel Platz. Nur dürfen da Passagiere nicht hin.

Weniger Beinfreiheit, kein FreigepäckJetblue erzürnt seine Fans

Jetblue will mehr verdienen. Deshalb verringert die amerikanische Airline die Beinfreiheit und streicht das Freigepäck. Das sorgt bei den Passagieren für Aufruhr.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die Bedürfnisse von Passagieren entsprechen nicht immer denen der Aktionäre. Eine Wahrheit, die Jetblue nun stark zu spüren bekommt. Analysten unterstellten der Airline, dass sie nicht ihr volles Gewinn-Potenzial ausschöpft. Darum schwenkt das Management nun auf einen strengen Sparkurs ein. Über die kommenden sechs Jahre soll das Betriebsergebnis um 400 Millionen Dollar steigen.

Das hat Folgen. Jetblue war bis anhin eine der kundenfreundlichsten Airlines auf dem amerikanischen Markt. Sie konnte vor allem mit der großzügigsten Beinfreiheit punkten. Außerdem bot die Fluglinie als einzige ein Freigepäckstück an. Doch die Zeiten sind nun vorbei. Gemäß den Analysten war Konzernchef Dave Barger bis anhin zu bedacht auf die Kundenzufriedenheit.

Auch eine Order bei Airbus wird verschoben

Die Zügel sollen ab 2016 angezogen werden. Dann werden nämlich die 130 Airbus A320 von Jetblue mit je 15 zusätzlichen Sitzen ausgestattet. Das bedeutet eine zusätzliche Kapazität von zehn Prozent und verringert den Sitzabstand für die Passagiere von 88 auf 84 Zentimeter. Damit ist Jetblue allerdings immer noch die amerikanische Airline, mit der grössten Beinfreiheit. Zudem müssen Kunden in Zukunft für jedes Gepäckstück zahlen.

Auch in Sachen Bestellungen zieht Jetblue Konsequenzen: Eine für die Jahre 2016 bis 2018 geplante Order bei Airbus wurde auf die Periode 2022 bis 2023 verschoben. Die acht bestellten A320 werden zudem durch die grösseren A321 ersetzt. Obwohl all diese Maßnahmen auf den ersten Moment kostenintensiv scheinen, zumal Jetblue mit der höheren Kapazität einen vierten Flugbegleiter an Bord all ihrer A320 nehmen muss, rechnen die Analysten bereits 2019 mit Zusatzeinnahmen von 100 Millonen Dollar.

«Die schlechteste Entscheidung überhaupt»

Grosses Vorbild für die Jetblue-Aktionäre ist die Billig-Airline Spirit. Hier zahlen Kunden nur das was sie auch wirklich benötigen. Inbegriffene Services gibt es keine. Gepäck, Essen, ja sogar Bord-TV – für alles zahlt der Passagier drauf. So wurde Spirit zur profitabelsten Airline auf dem amerikanischen Markt, gleichzeitig aber auch zu einer der unbeliebtesten.

Natürlich blieben die Ankündigungen von Jetblue seitens der Kunden nicht unkommentiert. Als die Meldungen um weniger Beinfreiheit und zusätzlichen Kosten für Gepäck bekannt wurden, etablierte sich sofort der Hashtag #jetbluefail, unter dem viele ihrem Ärger Luft machten. Die Wut der Kunden überraschte Marketingmanager Marty St. George. Er sagte gegenüber dem Daily Herald: «Wir sehen die Veränderungen als Upgrade. Vielleicht waren wir naiv, aber ich bin erstaunt, dass wir so aufs Dach bekommen.» Und das bekommen Sie auf Twitter ungefiltert.

Mehr zum Thema

ticker-jetblue

New York-LaGuardia: FAA stimmt Kauf von Spirit-Slots durch Jetblue vorläufig zu

Jetblue führt eine neue Business-Class auf Inlandsflügen ein: Blue First soll noch 2026 starten.

Jetblue bringt Business Class für alle Inlandsflüge

ticker-jetblue

Jetblue plant offenbar Business Class im Airbus A320

ticker-jetblue

Blue House: Jetblue eröffnet zweite Lounge in Boston

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren – und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier