Neue Uniformen von Jetblue: Auf der Tragfläche ist viel Platz. Nur dürfen da Passagiere nicht hin.

Weniger Beinfreiheit, kein FreigepäckJetblue erzürnt seine Fans

Jetblue will mehr verdienen. Deshalb verringert die amerikanische Airline die Beinfreiheit und streicht das Freigepäck. Das sorgt bei den Passagieren für Aufruhr.

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Die Bedürfnisse von Passagieren entsprechen nicht immer denen der Aktionäre. Eine Wahrheit, die Jetblue nun stark zu spüren bekommt. Analysten unterstellten der Airline, dass sie nicht ihr volles Gewinn-Potenzial ausschöpft. Darum schwenkt das Management nun auf einen strengen Sparkurs ein. Über die kommenden sechs Jahre soll das Betriebsergebnis um 400 Millionen Dollar steigen.

Das hat Folgen. Jetblue war bis anhin eine der kundenfreundlichsten Airlines auf dem amerikanischen Markt. Sie konnte vor allem mit der großzügigsten Beinfreiheit punkten. Außerdem bot die Fluglinie als einzige ein Freigepäckstück an. Doch die Zeiten sind nun vorbei. Gemäß den Analysten war Konzernchef Dave Barger bis anhin zu bedacht auf die Kundenzufriedenheit.

Auch eine Order bei Airbus wird verschoben

Die Zügel sollen ab 2016 angezogen werden. Dann werden nämlich die 130 Airbus A320 von Jetblue mit je 15 zusätzlichen Sitzen ausgestattet. Das bedeutet eine zusätzliche Kapazität von zehn Prozent und verringert den Sitzabstand für die Passagiere von 88 auf 84 Zentimeter. Damit ist Jetblue allerdings immer noch die amerikanische Airline, mit der grössten Beinfreiheit. Zudem müssen Kunden in Zukunft für jedes Gepäckstück zahlen.

Auch in Sachen Bestellungen zieht Jetblue Konsequenzen: Eine für die Jahre 2016 bis 2018 geplante Order bei Airbus wurde auf die Periode 2022 bis 2023 verschoben. Die acht bestellten A320 werden zudem durch die grösseren A321 ersetzt. Obwohl all diese Maßnahmen auf den ersten Moment kostenintensiv scheinen, zumal Jetblue mit der höheren Kapazität einen vierten Flugbegleiter an Bord all ihrer A320 nehmen muss, rechnen die Analysten bereits 2019 mit Zusatzeinnahmen von 100 Millonen Dollar.

«Die schlechteste Entscheidung überhaupt»

Grosses Vorbild für die Jetblue-Aktionäre ist die Billig-Airline Spirit. Hier zahlen Kunden nur das was sie auch wirklich benötigen. Inbegriffene Services gibt es keine. Gepäck, Essen, ja sogar Bord-TV – für alles zahlt der Passagier drauf. So wurde Spirit zur profitabelsten Airline auf dem amerikanischen Markt, gleichzeitig aber auch zu einer der unbeliebtesten.

Natürlich blieben die Ankündigungen von Jetblue seitens der Kunden nicht unkommentiert. Als die Meldungen um weniger Beinfreiheit und zusätzlichen Kosten für Gepäck bekannt wurden, etablierte sich sofort der Hashtag #jetbluefail, unter dem viele ihrem Ärger Luft machten. Die Wut der Kunden überraschte Marketingmanager Marty St. George. Er sagte gegenüber dem Daily Herald: «Wir sehen die Veränderungen als Upgrade. Vielleicht waren wir naiv, aber ich bin erstaunt, dass wir so aufs Dach bekommen.» Und das bekommen Sie auf Twitter ungefiltert.

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