Letzte Aktualisierung: um 18:18 Uhr

Mexikanischer Billigflieger

Interjets Zukunft sieht immer düsterer aus

Die Billigairline aus Mexiko hat erneut den Flugbetrieb eingestellt. Sie kann den Treibstoff nicht mehr bezahlen. Und es gibt weitere schlechte Nachrichten für Interjet.

UAC

Sukhoi Superjet von Interjet: Derzeit alle am Boden.

Schon vor der Covid-19-Pandemie steckte Interjet in einer tiefen Krise. Im Dezember vergangenen Jahres kämpfte die mexikanische Billigairline gegen Pleitegerüchte, im Januar häuften sich Berichte über Schulden und im Februar zeigte Konkurrentin Viva Aerobus kein Interesse an einer Fusion. Ende März stellte Internjet ihre internationale Flüge vorübergehend ein und gab vier Airbus A320 an die Leasinggeber zurück.

Nun spitzt sich die Krise der Fluggesellschaft weiter zu. Am 1. und 2. November stellte Interjet für zwei Tage den Betrieb ein. Kurz danach teilte das Verkehrsministerium mit, Interjet habe große steuerliche Probleme und alleine beim staatlichen Treibstofflieferanten Aeropuertos y Servicios Auxiliares Schulden in Höhe von 2,6 Milliarden Pesos oder umgerechnet mehr als 107 Millionen Euro.

Nur noch vier Superjets in Betrieb

Seit dem 29. November hat Interjet den Betrieb nun erneut eingestellt, abgesehen von einem einzigen Flug, der am 30. November ging. Aufgrund der hohen Schulden für Kerosinlieferungen erhält die Fluglinie keinen Treibstoff mehr. Schon zuvor war die aktive Flotte von Interjet auf vier Superjet 100 geschrumpft.

Zum Vergleich: Im Oktober 2019 hatte die Airline ihre Flottengrößte noch mit 83 Maschinen angegeben. Auch damals war der aktive Teil kleiner, da es oft Probleme mit den russischen Fliegern gab, die Interjet eigentlich loswerden wollte. Die Differenz ist dennoch immens.

Offenbar neuer Mehrheitseigentümer

Und es gibt weitere Belege, dass das Vertrauen in Interjet sinkt. Zum einen hat die Fluglinie Aeromar ihr Bündnis mit der Partnerin aufgekündigt. Zum anderen warnt das mexikanische Verbraucherschutzamt, dass der Kauf von Interjet-Tickets derzeit ein Risiko darstelle.

Derweil berichtet die Zeitung Milenio unter Berufung auf Informanten, dass sich die Eigentumsverhältnisse bei Interjet geändert haben. Demnach soll eine Gruppe um den Investor Alejandro del Valle mittlerweile 90 Prozent am Unternehmen halten und Miguel Alemán Magnani als Vertreter der Gründer-Familie Alemán nur noch 10 Prozent. Den erneuten Betriebsstopp konnten oder wollten aber auch die kolportierten neuen Mehrheitseigentümer offenbar nicht verhindern.



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