Flieger der Lufthansa-Gruppe: Die Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss rücken näher zusammen, Eurowings wird eigenständiger.

Ärger für Lufthansa, Swiss und AUA

Indiens Regierung prüft offenbar erneut, Swiss und Austrian die Betriebserlaubnis zu entziehen. Grund ist die Mutter Lufthansa - und Heimatschutz.

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Der Lufthansa und ihren beiden Töchtern Swiss und AUA könnte in Indien ziemlicher Ärger ins Haus stehen. Wie die Finanzzeitung Firstpost berichtet, überlegt Aviatikminister Ajit Singh erneut, den Schweizern und den Österreichern die Betriebserlaubnis für Indien zu entziehen. Grund sind die bilateralen Luftverkehrsabkommen mit der Schweiz, Österreich und Deutschland. Die Regierung in Neu Delhi sieht sie verletzt. Man analysiere deshalb die Lizenzen, so regierungsnahe Quellen zum Blatt.

Von den Flugrechten der Swiss und Austrian profitiere das falsche Land, lautet die offizielle Begründung aus dem Ministerium. Denn statt der Schweiz und Österreich profitiere im Grunde ein deutsches Unternehmen. Das entspreche nicht den Abmachungen. Das liegt an einer bestimmten Klausel im Vertrag. Dabei geht es um die so genannte Regel zu «substantial ownership and effective control» im indischen Luftfahrtgesetz. Danach müssen Fluggesellschaften mehrheitlich Aktionären aus dem Land gehören, mit dem auch der bilaterale Vertrag geschlossen wurde. Das ist weder bei Swiss noch bei AUA der Fall, da sie ja der Lufthansa gehören.

Am Ende eine Erpressung?

Laut internen Quellen sei das Ziel des Luftfahrtministers aber in Tat und Wahrheit ein anderes. Singh wolle die Lufthansa erpressen. Denn die deutsche Airline ist das zentrale Mitglied des Luftfahrtbündnisses Star Alliance. Dieses verweigerte vor einiger Zeit Air India den Beitritt. Die Staatsairline kämpft schon lange mit Finanzproblemen und unzufriedenen Passagieren. Service und Verlässlichkeit stehen in der Kritik. Eine Mitgliedschaft wäre da hochwillkommen. «Ich kann Ihnen sagen, dass wir wollen, dass die Lufthansa Air India in die Star Alliance verhilft», so ein Informant gegenüber der Zeitung. «Sie gaben der Sache bisher noch nicht so viel Aufmerksamkeit, wie sie hätten sollen.»

Ein weiterer Grund könnte der Schutz einer anderen heimischen Fluglinie sein. Jet Airways bekommt mit Etihad Airways einen neuen Teilhaber. Die Golfairline ist wie auch Emirates oder Qatar Airways ein großer Konkurrent der Lufthansa. Die Töchter der deutschen Fluglinie aus dem Land zu verweisen, würde Etihad neue Chancen im Markt eröffnen und so auch Jet Airways beflügeln.

Nicht das erste Mal

Mit dem gleichen Schritt drohte Indien bereits 2011 einmal. Damals lösten die Schweiz und Österreich das Problem auf diplomatischem Weg. Nun aber scheint es von Delhi wieder aufgewärmt zu werden.

Von Lufthansa heißt es gegenüber aeroTELEGRAPH: «Sowohl Austrian Airlines als auch Swiss International Airlines sind Fluglinien, die zu 100 Prozent in ihren Heimatländern registriert und beheimatet sind». Die Besitzverhältnisse seien im vollem Umfang rechtlich und wirtschaftlich geklärt, so Sprecher Thomas Jachnow. So wie andere europäische Airlines auch, die Mitglieder anderer europäischer Airline Gruppen sind, operieren sie demnach vollumfänglich nach den geltenden internationalen rechtlichen Grundlagen und den sich daraus ergebenden bilateralen Vereinbarungen zwischen verschiedenen Staaten. «So auch mit Indien».

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