Die Kabinencrew-Gewerkschaft Ufo (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) wirft dem Lufthansa-Management schweres Missmanagement bei der Schließung der Lufthansa Cityline und der aktuellen Planung des Sommerflugplans vor. Kurz vor Beginn der Hauptreisezeit werden aus Sicht der Gewerkschaft die Folgen schwerwiegender strategischer Fehlentscheidungen sichtbar. Ufo nennt «reduzierte Kabinenbesatzungen, fehlende Reserven und wachsende Unsicherheit für Passagiere».
Sara Grubisic, stellvertretende Vorsitzende und Vorständin Tarifpolitik von Ufo sagt: «Lufthansa verkauft Verlässlichkeit, Netzwerkqualität und Premiumanspruch. Gleichzeitig spart der Konzern an genau der Grundlage, die einen stabilen Flugbetrieb überhaupt möglich macht: ausreichend Personal.» Der Konzern nehme funktionierende Strukturen aus dem System und verkaufe die Folgen anschließend als Sachzwang. «Das ist kein Krisenmanagement, sondern Managementversagen», so Grubisic.
Ufo kritisiert, dass nach dem Aus von Cityline die Lufthansa-Kabine «diese Fehlplanung» auffangen soll. Der Betrieb werde weiter auf Kante gefahren, Schutzmechanismen gegen Überlastung kurzfristig aufgeweicht, Personalreserven weiter ausgedünnt, so die Kritik. «Schon die Freiwilligenaufrufe für den gesamten Juni zeigen, wie angespannt die Lage ist.»
Grubisic sagt: «Wenn ein laufender Monat nur noch mit improvisierten Notmaßnahmen abgesichert werden kann, stellt sich die Frage, wie dieser Konzern den Flugbetrieb in der Hauptreisezeit verlässlich aufrechterhalten will.» Zugleich würden rund 800 Kabinenkolleginnen und Kollegen von Lufthansa Cityline zuhause sitzen oder sich in unsicheren Übergangssituationen befinden.
Auch das neue Langstrecken-Servicekonzept Fox von Lufthansa steht nach Ansicht von Ufo im Widerspruch zur Realität an Bord. «Während der Konzern ein Premiumprodukt ankündigt, werden gleichzeitig Langstrecken mit reduzierter Kabinenbesatzung rausgeschickt», schreibt die Gewerkschaft.
«Wir fordern das Lufthansa-Management auf, die Lage endlich realistisch zu bewerten und Verantwortung zu übernehmen», sagt Grubisic. «Es braucht einen Sommerflugplan, der mit dem vorhandenen Personal auch verlässlich geflogen werden kann, belastbare Reserven und klare Perspektiven für die betroffenen Cityline-Kolleg*innen.» Die Kabinenbeschäftigten seien sind nicht der Reparaturbetrieb für Managementfehler.