Israels Abwehrschild schoß Raketen ab: Fluglinien sollten den Luftraum nur tagsüber nutzen.

Hohes Risiko in der NachtIn der Nacht lauert Gefahr am Himmel über dem Nahen Osten

Die Konfrontation zwischen dem Iran und Israel sorgt auf absehbare Zeit für Unruhe. Fluglinien, die den Luftraum im Nahen Osten dennoch nutzen möchten, sollten dies unbedingt tagsüber tun, empfiehlt ein Luftfahrtberatungsunternehmen.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Der Iran hat lange nicht auf die israelischen Angriffe im Libanon reagiert - bis zum Abend des 1. Oktober. Das Regime in Teheran schickte rund 180 Raketen Richtung Israel. Zwar wurden die allermeisten Geschosse von der israelischen Luftverteidigung abgeschossen, aber nicht alle. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass der Mullah-Staat Israel flächendeckend angreift.

Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Angriffen: Während der Iran die Verbündeten Israels im April im Voraus über den bevorstehenden Angriff informierte, erfolgte die Attacke am 1. Oktober mehr oder weniger überraschend. Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf die zivile Luftfahrt.

Lufträume sehr spät oder gar nicht geschlossen

Zahlreiche Flüge mussten am Montagabend umdrehen oder wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet. Lufthansa ließ mindestens drei ihrer Langstreckenflugzeuge nach Frankfurt zurückkehren. Jets von Emirates landeten unter anderem in Budapest und Wien und auch ein Airbus A330 auf dem Weg nach Dubai von Swiss mussten außerplanmäßig landen. Das hat einen guten Grund. Laut Osprey Flight Solutions, einem Beratungsunternehmen für die Luftfahrtbranche, wurden die Lufträume in der Region sehr spät oder auch gar nicht geschlossen.

Laut Osprey haben Jordanien, der Iran und der Irak die Sperrung ihrer Lufträume verspätet über Notams bekanntgegeben. Israel hingegen beanspruchte die Sperrung ohne eine entsprechende Notam. Syrien und Saudi-Arabien hingegen hielten ihren Luftraum geöffnet. Notams (die Abkürzung steht für Notice to Air Missions) sind offizielle Mitteilungen an Pilotinnen und Piloten, die über wichtige Informationen, Änderungen oder Einschränkungen im Luftverkehr informieren.

Kurzfristig wird keine Ruhe einkehren

Osprey Flight Solutions schätzt das Risiko, dass Israel in den kommenden zwei Wochen gegen den Iran zurückschlagen wird, auf 75 Prozent. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen, dass der Iran sehr wahrscheinlich auf die Reaktion Israels antworten wird. Die Region wird kurzfristig nicht zur Ruhe kommen.

Das Unternehmen schätzt zudem als unwahrscheinlich ein, dass externe Zivilluftfahrtbehörden rechtzeitig und einheitlich von den Konfliktparteien umfassend informiert werden. Jede Fluggesellschaft, die in die Region fliegt, sollte sich daher im Vorfeld sowohl bei ihrer eigenen Luftfahrtbehörde als auch bei der Luftfahrtbehörde des Ziellandes und der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation Icao informieren, um daraus ein Risikoprofil zu erstellen.

Immer einen Plan B haben

Laut Osprey haben in diesem Jahr die gefährlichen Aktivitäten für die Luftfahrt im Luftraum über dem Nahen Osten zwischen 18:00 abends und 06:00 morgens, also in der Dunkelheit, stattgefunden. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt das Unternehmen, nur  bei Tageslicht zu fliegen.

Der Beratungsfirma zufolge sollten Airlines, die den Luftraum im Nahen Osten meiden, den afghanischen Luftraum nutzen. Zudem wird ihnen empfohlen, stets einen Plan B bereitzustellen, um die Streckenführung über die Region kurzfristig anpassen zu können.

Mehr zum Thema

Lufthansa-Flug LH630 nach Dubai: Kehrte am 1. Oktober um nach Frankfurt.

Iran beschießt Israel - Flüge von Lufthansa und Co. drehen um

Die drei Airbus A380 von Emirates landeten außerplanmäßig in Wien.

Stelldichein von drei Airbus A380 gleichzeitig in Wien

Notam-Text und Boeing 737: Teils schwer zu entziffern.

Alles, was Sie über Notams wissen müssen

Zerstörter Flieger von Mahan Air: Insgesamt wurden im Krieg gemäß der Regierung in Teheran 100 zivile Flugzeuge getroffen.

Iran meldet 100 beschädigte oder zerstörte zivile Flugzeuge

Video

airbus a380 flightlab 2 jayn
Airbus hat einen A380 aus Abu Dhabi zurück nach Europa geholt und ihm in Irland eine neue Lackierung verpasst. Bevor er für Triebwerkstests umgerüstet wird, absolvierte der Riesenflieger nun einen tiefen Überflug über den Flughafen Toulouse-Blagnac.
Timo Nowack
Timo Nowack
Designentwurf der Hydra: Der Entwurf von Studierenden der TU Berlin hat die DLR Design Challenge gewonnen.
Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Zumindest bei der Hydra aus der Sage. Beim gleichnamigen Flugzeugkonzept der TU Berlin lässt sich der Antriebsstrang einfach austauschen. Damit haben die Studierenden nun einen renommierten Wettbewerb gewonnen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Das Terminal des Port Polska: Platz für vorerst 44 Millionen passagiere.
Von Kommunisten erdacht, viel später von einer nationalkonservativen Regierung wiederbelebt und schließlich von einer liberalen Regierung bestätigt: Port Polska hat viele politische Wendungen überlebt. Polens neuer Zentralflughafen nimmt nun konkrete Formen an. Ende 2032 soll er eröffnet werden - mit Platz für jährlich 44 Millionen Fluggäste, 24-Stunden-Betrieb und Lot Polish Airlines als wichtigster Nutzerin.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin