Israels Abwehrschild schoß Raketen ab: Fluglinien sollten den Luftraum nur tagsüber nutzen.

Hohes Risiko in der NachtIn der Nacht lauert Gefahr am Himmel über dem Nahen Osten

Die Konfrontation zwischen dem Iran und Israel sorgt auf absehbare Zeit für Unruhe. Fluglinien, die den Luftraum im Nahen Osten dennoch nutzen möchten, sollten dies unbedingt tagsüber tun, empfiehlt ein Luftfahrtberatungsunternehmen.

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Der Iran hat lange nicht auf die israelischen Angriffe im Libanon reagiert - bis zum Abend des 1. Oktober. Das Regime in Teheran schickte rund 180 Raketen Richtung Israel. Zwar wurden die allermeisten Geschosse von der israelischen Luftverteidigung abgeschossen, aber nicht alle. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass der Mullah-Staat Israel flächendeckend angreift.

Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Angriffen: Während der Iran die Verbündeten Israels im April im Voraus über den bevorstehenden Angriff informierte, erfolgte die Attacke am 1. Oktober mehr oder weniger überraschend. Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf die zivile Luftfahrt.

Lufträume sehr spät oder gar nicht geschlossen

Zahlreiche Flüge mussten am Montagabend umdrehen oder wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet. Lufthansa ließ mindestens drei ihrer Langstreckenflugzeuge nach Frankfurt zurückkehren. Jets von Emirates landeten unter anderem in Budapest und Wien und auch ein Airbus A330 auf dem Weg nach Dubai von Swiss mussten außerplanmäßig landen. Das hat einen guten Grund. Laut Osprey Flight Solutions, einem Beratungsunternehmen für die Luftfahrtbranche, wurden die Lufträume in der Region sehr spät oder auch gar nicht geschlossen.

Laut Osprey haben Jordanien, der Iran und der Irak die Sperrung ihrer Lufträume verspätet über Notams bekanntgegeben. Israel hingegen beanspruchte die Sperrung ohne eine entsprechende Notam. Syrien und Saudi-Arabien hingegen hielten ihren Luftraum geöffnet. Notams (die Abkürzung steht für Notice to Air Missions) sind offizielle Mitteilungen an Pilotinnen und Piloten, die über wichtige Informationen, Änderungen oder Einschränkungen im Luftverkehr informieren.

Kurzfristig wird keine Ruhe einkehren

Osprey Flight Solutions schätzt das Risiko, dass Israel in den kommenden zwei Wochen gegen den Iran zurückschlagen wird, auf 75 Prozent. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen, dass der Iran sehr wahrscheinlich auf die Reaktion Israels antworten wird. Die Region wird kurzfristig nicht zur Ruhe kommen.

Das Unternehmen schätzt zudem als unwahrscheinlich ein, dass externe Zivilluftfahrtbehörden rechtzeitig und einheitlich von den Konfliktparteien umfassend informiert werden. Jede Fluggesellschaft, die in die Region fliegt, sollte sich daher im Vorfeld sowohl bei ihrer eigenen Luftfahrtbehörde als auch bei der Luftfahrtbehörde des Ziellandes und der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation Icao informieren, um daraus ein Risikoprofil zu erstellen.

Immer einen Plan B haben

Laut Osprey haben in diesem Jahr die gefährlichen Aktivitäten für die Luftfahrt im Luftraum über dem Nahen Osten zwischen 18:00 abends und 06:00 morgens, also in der Dunkelheit, stattgefunden. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt das Unternehmen, nur  bei Tageslicht zu fliegen.

Der Beratungsfirma zufolge sollten Airlines, die den Luftraum im Nahen Osten meiden, den afghanischen Luftraum nutzen. Zudem wird ihnen empfohlen, stets einen Plan B bereitzustellen, um die Streckenführung über die Region kurzfristig anpassen zu können.

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