Dreamliner von Air Europa: IAG begnügt sich mit ihren 20 Prozent.

Übernahme abgeblasenIAG gibt Air Europa das zweite Mal den Laufpass

Déjà-vu: Bereits ein Mal gab IAG die Übernahme des Iberia-Konkurrenten Air Europa auf. Und versuchte es dann ein zweites Mal. Doch auch dieses Mal ist der Plan gescheitert.

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Sie hatte die EU-Freigabe für Lufthansas Einsteig bei ITA Airways als gutes Omen für die eigenen Pläne interpretiert. Schon lange bemüht sich Iberia-Mutter IAG um eine Übernahme von Air Europa vom Tourismuskonzern Globalia. 2019 hatten sie es ein erstes Mal versucht, doch 2021 die Pläne wieder aufgegeben.

2023 wurden die Gespräche zwischen IAG und Globalia wieder aufgenommen und vereinbart, dass IAG-Tochter Iberia die letzten 80 Prozent von Air Europa kaufen würde. Seit 2022 gehören ihr bereits 20 Prozent der auf Südamerika spezialisierten Fluglinie. Doch auch dieses Mal scheitert der Versuch.

IAG muss Globalia Entschädigung zahlen

Man gebe «die Entscheidung bekannt, den am 23. Februar 2023 mit Globalia unterzeichneten Vertrag zu kündigen, in dem sich IAG bereit erklärt hat, von Globalia die restlichen 80 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals von Air Europa zu erwerben», so der spanisch-britische Konzern in einer Mitteilung am späten Donnerstagnachmittag (1. August). Man sei zu dem Schluss gekommen, «dass es im derzeitigen regulatorischen Umfeld nicht im besten Interesse der Aktionäre wäre, die Transaktion fortzusetzen». Sprich: Die Auflagen der EU sind zu einschneidend.

Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung zahlt IAG an Globalia 50 Millionen Euro als Abfindungszahlung für die Beendigung der Transaktion. Zudem gilt: «IAG hält weiterhin ihre 20-prozentige Minderheitsbeteiligung an Air Europa, die sie am 16. August 2022 erworben hat», wie der Mutterkonzern von Aer Lingus, British Airways, Iberia, Level und Vueling klarstellt.

IAG will in Madrid stärker werden

IAG-Chef Luis Gallego  kommentiert: «Wir glauben, dass diese Entscheidung im besten Interesse unserer Aktionäre ist.» Man halte an der Strategie fest, die unter anderem vorsieht, dass das Unternehmen von seinem Drehkreuz in Madrid aus im Wettbewerb bestehen kann. «Diese Strategie führt zu guten Ergebnissen. Wir werden unsere Präsenz in Madrid weiter ausbauen, damit sich das Drehkreuz zu einem Konkurrenten der größten europäischen Drehkreuzen entwickeln kann.»

Auch wenn IAG und Gallego darauf aktuell nicht eingehen: Alternative zur Air-Europa-Übernahme könnte nun der Einstieg bei Tap sein. Bei einer Übernahme von Air Europa wäre das wohl unmöglich geworden. Nun aber eröffnen sich dem Konzern neue Möglichkeiten, da Iberia eher auf Spanisch sprechende Länder fokussiert ist und Tap auf Brasilien.

Oder Einkauf in Südamerika

Ein anderer Schritt könnte der Einstieg bei einer Fluggesellschaft in Südamerika sein - das hatte der Konzernchef Gallego kürzlich angedeutet. Durch eine Stärkung zwischen Südamerika und Spanien würde die Bedeutung von Madrid als Drehkreuz noch weiter wachsen.

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