Ein Pilot im Cockpit: Die medizinische Überwachung ist wichtig.

USAHunderte Airline-Pilotinnen und -Piloten fälschten ihre Krankenakten

Rund 5000 ehemalige Pilotinnen und Piloten der United States Air Force sollen ihre Krankenakten geschönt haben, um ihre Lizenzen zu behalten. Viele von ihnen fliegen für Airlines.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Mehr als 1,8 Millionen Soldatinnen und Soldaten zählt das US-Militär. Die United States Air Force ist mit rund 330.000 Soldatinnen und Soldaten die zweitstärkste der fünf Teilstreitkräfte der US Army. Zahlreiche ehemalige US-Militärpilotinnen und -Piloten wechseln nach ihrer Zeit bei der Army in den zivilen Bereich und fliegen für kommerzielle Fluggesellschaften, Charteranbieter, Frachtairlines oder Firmen.

In zwanzig Jahren Krieg im Irak und Afghanistan haben rund 7000 Soldatinnen und Soldaten ihr Leben verloren, 10.000 wurden schwer verwundet und Tausende weitere leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Laut einer Studie der Brown University wird die Nachsorge und Betreuung der Veteranen die USA bis 2050 mit rund 2,5 Billionen Dollar kosten. Jetzt kommen noch außerordentliche Ausgaben bei der Luftfahrtbehörde hinzu.

Leistungen beziehen, trotzdem fliegen

Denn: Veteranen haben in den USA Anspruch auf statusunabhängige Versorgungsleistungen. Laut einem Bericht der Zeitung Washington Post sollen rund 4800 Pilotinnen und Piloten der US-Luftfahrtbehörde FAA mitgeteilt haben, dass sie gesund genug seien, um fliegen zu können. Gleichzeitig haben sie aber unterschlagen, dass sie auch Veteranenleistungen für Behinderungen beziehen, die sie vom Cockpit ausschließen könnten.

Dabei entzieht die FAA Pilotinnen und Piloten, bei denen Depressionen, Angstzustände oder andere psychische Erkrankungen diagnostiziert werden, nicht kategorisch die Fluglizenz. Die Behörde verlangt aber, dass sie engmaschig überwacht werden, da ihre Erkrankungen und Medikamente ihre Fähigkeit, ein Flugzeug sicher zu steuern, beeinträchtigen können.

600 fliegen bei US-Airlines

Rund 600 der betroffenen Pilotinnen und Piloten sollen heute bei großen amerikanischen Airlines fliegen. Der überwiegende Teil fliegt gelegentlich bei Frachtairlines oder im Charterverkehr. 60 der Crews sollen im Rahmen der Überprüfung ihre Fluglizenz verloren haben.

Kritisiert werden auch die Behörden. Denn sie sind nicht vernetzt und es gibt auch keine stichprobenartige Überprüfung. Dadurch wird es einfach für die Veteranen, ihre Beschwerden gegenüber der FAA herunterzuspielen, damit sie weiterfliegen können. Gegenüber der für Veteranen zuständigen Behörde übertreiben sie, um ihre Invaliditätszahlungen zu maximieren, erklären Ärzte und ehemalige Beamte der Luftfahrtbehörde de Washington Post.

FAA will Fälle überprüfen

Die FAA hat reagiert und rund 3,6 Millionen Dollar für die Einstellung medizinischer Experten sowie weiterer Mitarbeitenden zur Überprüfung der Zertifizierungsunterlagen der 4800 Pilotinnen und Piloten ausgegeben. Zudem laufen Untersuchungen gegen die Betroffenen, ob ihre Fälle an das Justizministerium wegen Betrugs im Leistungssystem weitergegeben werden.

Mehr zum Thema

Cockpit einer Boeing 737: Piloten werden genauer überprüft.

Europäische Piloten werden genauer überprüft

EU will strengere Checks der Piloten-Psyche

EU will strengere Checks der Piloten-Psyche

Das sagt der Schlussbericht zu Flug 4U9525

Das sagt der Schlussbericht zu Flug 4U9525

Boeing 737: ICE Air soll im Juli 2027 starten.

US-Abschiebe-Airline ICE Air startet im Sommer 2027

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg